Glasfaserverkabelung Kirschhofen

v.01.01 24.1.2022
(c) Günther Wiehlmann 2022

Es gibt gute Gründe, die der Kommunikation dienenden Kupferkabelverbindungen der Hausanschlüsse mit Telekommunikationsdienstleistern zukünftig durch entsprechende Glasfaserverbindungsstrecken zu ersetzten.

Alles hat seinen Preis. Aus Kosten-Nutzen-Überlegungen heraus muss man für sich persönlich feststellen, wieviel zuverlässig funktionierende Kommunikationsbandbreite man braucht.

Im Ortsteil vorhandene Telekom-Infrastruktur

Früher führten alle zur Vermittlungsstelle (Knotenamt) führende Verbindungskabel eines Hausanschlusses direkt zu einem am Straßenrand stehenden Kabelverzweiger (sogenannte KVz). Diese KVzs waren passiv, die Vermittlungslogik lag, vom Hausanschluss gesehen, hinter einem Anschluss in der Vermittlungsstelle. Von dort verband man den Kundenanschluss mit Telefonnetz und Internet.

Beispiel Telekom-Kabelverzweiger (KVz)

Von diesen grauen am Straßenrand stehenden Kästen gibt es in Kirschhofen mehrere. In ihnen werden die zu den Hausanschlüssen gehenden Kupferleitungen mit der Vermittlungsstelle verbunden.

Dem technischen Fortschritt folgend hat die Telekom ihre Anschlusstechnik mittlerweise modernisiert: die KVzs wurden durch Multifunktionsgehäuse (MFGs) ersetzt, deren DSL-Multiplexer per Glasfaserleitung an die Vermittlungsstelle angeschlossen sind.

Ein bekannter Standort eines solchen MFGs ist am Dorfplatz Weilburg-Kirschhofen.

Die Technik der alten KVzs wurde in die neueren MFGs integriert, die Erweiterungen für Glasfasertechnik befinden sich ebenfalls in diesem Gehäuse (Stromversorgung, Umsetzung Glasfaser-Kupfer). Nutzen die Telekomkunden weiterhin Kupferverbindungen, werden die von der Vermittlungsstelle kommenden Glasfasersignale in den MFGs umgesetzt und mit den Kupferleitungen der Hausanschlüsse verbunden.

Telekom MFG18 (geschlossen)
Telekom MFG18 (geöffnet)

Datensignale (Telefonie, Internet) werden über Glasfaserleitungen von der zentralen Telekom-Vermittlungsstelle in Weilburg zum Telekom-Multifunktionsgehäuse (MFG) in Kirschhofen geleitet. Dabei übernimmt die ins MFG eingebaute Technik die Aufgabe einer Mini-Vermittlungsstelle und entlastet die Zentrale. Um das zu ermöglichen wurde in das MFG ein Netzteil und zusätzliche Elektronik für die dafür benötigte Logik eingebaut.

Zukunftsausblick

Es fehlt lediglich ein letzter Schritt, um die Hausanschlüsse der Kunden auf Glasfaserleitungen umstellen:

  • zunächst müssen vom MFG Glasfaserleitungen sternförmig in jedes Haus gelegt werden. Genauso wie die Kupfertelefonleitungen sind sie zweiadrig. Die Arbeit wird von spezialisierten Erdbauunternehmen ausgeführt.
  • Im Haus des Kunden wird vom Lieferanten als Abschluss der FTTH Strecke ein Glasfasermodem installiert, das am Stromnetz angeschlossen werden muss, um die Glasfasersignale auf LAN Signale umsetzen zu können. Das Gerät besitzt einen LAN Anschluss (RJ45), der mit dem Router verbunden wird.
  • In der Regel bleibt die Hausverkabelung unverändert, vielleicht wird sogar der bereitsvorhandene Internetrouter verwendet.
  • Als letzter Schritt wird der alte Kupferanschluss im MFG abgeklemmt und das neue Glasfaserkabel des Kunden wird aktiviert.
    Danach ist nur noch die Internetrouterkonfiguration im Haus anzupassen.

Messbeispiel alte Telekom-Anschlusstechnik (FTTH)

Die Daten dieses Messbeispiels wurde an einem Kundenstandort (Haus Breitheckerweg 5) erzeugt. Bei Nutzung der derzeit zur Verfügung stehenden technischen Infrastruktur sind bei Buchung eines entsprechenden Tarifs höhere Bandbreiten möglich: Bis zu 175 Mbit/s download und bis zu 40 MBit/s upload.

Da in diesem Fall nur 100 Mbit/s bezahlt werden, wurde die Bandbreite von der Telekom gedrosselt auf bis zu 100 Mbit/s download und bis zu 40 MBit/s upload.

Anbieter: Telekom
Tarif: MagentaZuhause L mit VDSL 100
Kosten: 45,08€ (Anteil Homepage Starter 4,94€, abwählbar

Leistungsumfang:
6 zusätzliche MSNs, 10 konfiguriert
EVÜ unverkürzt (Einzelverbindungsübersicht)
VDSL 100TV (bis zu 6 TV Sendungen parallel schauen)
MagentaCLOUD S (15GB Volumen)
SMS-, MMS-, Fax-Versand
Homepage-Starter
WLAN TO GO (Hot Spot)
Heimnetz-Diagnose
VoIP Basistarif

Messzeit: 17.1.2022               15:03
Download: 86,43 Mbit/s
Upload: 37,27 Mbit/s

Laufzeit zu Servern der Bundesnetzagentur in Frankfurt: 11 ms

Laut der im Breitheckerweg 5 eingesetzten Fritzbox 7490 ist die DSL Vermittlungsstelle (Telekom MFG) 413 m entfernt. Das ist ungefähr die Entfernung zum Dorfplatz. Die Telekom setzt im MFG ein Gerät des Herstellers Nokia und eine Broadcom Schnittstelle der Version 11.4.31 ein. 

Quelle: Breitbandmessung Desktop-App Version 3.1.0 64-Bit 17.1.2022 15:03 Uhr

Glasfaserausbau Weilburg-Kirschhofen durch die Deutsche GigaNet

Allgemein verfügbare Information und offene Fragen

Wenn sich 40% der Weilburger Hausbesitzer für einen Vertrag mit der Deutschen GigaNet GmbH (DGN) entscheiden übernimmt diese den FTTH Glasfaserausbau und die Versorgung mit Telefon-/ Internet-/Rundfunkdiensten.

Damit die Dienste geliefert werden können muss die DGN einige Vorarbeiten leisten. Der Einfachheit halber verwende ich auch hier die Gerätebezeichnungen der Telekom:

  1. Legen der Glasfaserverbindungen von der DGN Zentrale (in Weilburg?) an die DGN MFGs (FTTC).
  2. Legen der Glasfaserverbindungen von den MFGs in die Häuser (FTTH).

Um die Auswirkungen auf das Ortsteilleben einschätzen zu können sollten folgende Informationen gegeben werden:

  1. Baut die DGN ihre DGN-MFGs in die Nähe der Telekom MFGs?
    So bleibt ein späterer Rückbau möglich.
  2. Wo werden die sternförmig von den Mini-Vermittlungsstellen zu verlegenden Verbindungen zu den Häusern und Wohnungen verlegt (FTTH)?
  3. Welche Behinderungen sind im Ortsteil über welchen Zeitraum zu erwarten?
  4. Wenn nach 24 Monaten der Vertrag mit der DGN gekündigt wird und man wieder einen Vertrag mit der Telekom abschließen möchte: wie erfolgt die Umschaltung?
  5. Wie unterstützt DGN Routerfreiheit?
    GPON|AON?
    aktiver Anschluss|passiver Anschluss?
  6. Werden die alten Telefonnummern der Kunden übernommen?
    MyNet bietet nur bis zu 3 (MSN) Telefonnummern an. Was geschieht bei Kunden, die derzeit mehr als 3 MSNs verwenden?

Laut Information des Landrats[1] wollen die Kommunen gemeinsam mit dem Landkreis im Zuge der Fortentwicklung der Breitbandstrategie nunmehr sogenannte Masterpläne für den sich anschließenden flächendeckenden Glasfaserausbau erstellen.

Laut Landrat wird als nächster Schritt ein fachkundiges Büro ausgewählt, das die entsprechenden Grundlagen für die Erstellung sogenannter Masterpläne erarbeitet. Unter anderem müssen alle nutzbaren Infrastrukturen der Kommunen, der Energieversorger beziehungsweise auch der Telekommunikationsunternehmen erfasst werden. All diese Informationen werden in einem zentralen Geoinformationssystem eingespeist. Daran schließt sich eine maschinelle Glasfasernetzberechnung an. Dabei werden auch Aspekte für eine Verbesserung der Mobilfunkversorgung und insbesondere auch für den anstehenden 5G-Ausbau berücksichtigt.


  • Wie lautet der Name des vom Landrat genannten fachkundigen Büros, von dem man Details zu den Masterplänen erfahren kann?
  • Wann sind diese Masterpläne für die Ortsteile von Weilburg einsehbar?
  • Im Zuge des Strukturausbaus (FTTH) werden umfangreiche Erdarbeiten im Ort notwendig. Die Arbeiten werden vermutlich durch von der DGN beauftragte Erdbaufirmen durchgeführt. Wer dient als zentraler Ansprechpartner für den Ortsteil?

[1] https://www.landkreis-limburg-weilburg.de/wirtschaft-tourismus/breitbandausbau/details/breitbandausbau-im-landkreis-landrat-michael-koeberle-erlaeuterte-die-strategie-weitere-250000-euro-fuer-flaechendeckenden-glasfaserausbau

Vortrag Ortsbeiratssitzung Kirschhofen 13.1.2022 (Herr Philippi)

Auf der Ortsbeiratssitzung in Kirschhofen am 13.1.2022 hat Sebastian Philippi, ein IT Lehrer der Technikerschule Weilburg, einen Vortrag zum Thema Glasfaserflächenverkabelung gehalten. Die von ihm angeführten Argumente warben für eine in Weilburg flächendeckende Glasfaserverkabelung, die speziell auf die Anschlüsse in Privathäusern abzielt.

Seine Argumente waren:

  • Wertverlust eines Privathauses ohne Glasfaseranschluss
  • Höhere Kosten beim späteren Bau eines Glasfaserhausanschlusses
  • Solidarität der Bewohner fördert das Ziel flächendeckende Glasfaserinfrastruktur
  • Schnelles Internet zieht junge Familien an
  • Satellitenfernsehdienste könnten zukünftig eingestellt werden

Damit schloss der Vortrag und Sebastian Philippi bot eine weitere Diskussion mit Interessierten im Foyer an. Außerdem wurde angekündigt, dass die Deutsche GigaNet GmbH im Februar 2022 für Interessierte einen Vortrag in Kirschhofen halten wird.

Anmerkungen Günther Wiehlmann zu den von Herrn Philippi angeführten Argumenten

In der jetzigen Situation scheint die Beauftragung der Deutschen GigaNet GmbH alternativlos zu sein. Telekom Kunden müssen bei Abschluss eines Vertrages mit der Deutschen GigaNet ihren alten Vertrag kündigen oder zwei Verträge parallel bezahlen.

Unerwähnt blieb in Herrn Philippis Vortrag, dass sich Broadcastdienste wie Fernsehen und Rundfunk grundsätzlich von auf Interaktion abzielende Dienste unterscheiden, die sich typischerweise des Internets bedienen.

Latenzzeiten sind „Gift“ für Internetverbindungen, wenn man man Telefonie- oder Videokonferenzdienste oder Messenger-Apps nutzt. Bei Broadcastdiensten ist die Zeitverzögerung nicht relevant, solange die Latenzzeiten konstant bleiben.

Herr Philippi stellte Fernsehsatellitendienste als sterbende Technologie dar.

Broadcastdienste sind dafür ausgelegt, jeden Empfänger direkt und ohne Rückmeldung zu bedienen. Öffentliche und kommerzielle Sendeanstalten bezahlen Satellitenbetreiber, um für ihre Programme ausreichende Sendebandbreiten zur Verfügung gestellt zu bekommen. Wird für den Empfang der Broadcasts der Internetanschluss genutzt, wird die bestellte Internetbandbreite zusätzlich zu den interaktiven Diensten belastet (je nach Bildqualität von 3,5 bis 28 Mbit/s pro laufende Sendung/ Stream). Der Bandbreitenbedarf einer DAB Hörfunksendung beträgt ca. 160 kbit/s. 

Stellt man sich das in einem Mehrgenerationenhaus erzeugte Lastverhalten auf einer FTTH Strecke vor, wenn mehrere TV-Geräte gleichzeitig Fernsehprogramme und Rundfunkprogramme über einen Glasfaserhausanschluss beziehen, wird es klar, warum man hohe Bandbreiten benötigt.

Bei Broadcastdiensten wie Fernsehen und Rundfunk ist sind Laufzeiten vom Sender zum Empfänger grundsätzlich unerheblich. Sendestationen können die ihnen technisch zur Verfügung stehenden Bandbreiten voll auslasten. Die Nutzerzahl spielt dabei keine Rolle.

Welche Möglichkeiten gibt es derzeit, um Broadcasting-Dienste zu nutzen?

Fernsehen

Vor Jahren wurde die analoge Signalübertragung von Fernsehbildern durch DVB ersetzt. So wurde die Empfangsqualität erheblich verbessert. Als nächster Schritt erfolgte die Einführung von DVB-T2, was ebenfalls eine Qualitätsverbesserung ergab.

Die in diesem Zusammenhang verwendeten Abkürzungen bezeichnen die verschiedenen Übertragungswege des Digitalen Fernsehens (DVB, Digital Video Broadcasting).
Ein „C“ steht für Kabel (engl. Cable), ein „S“ für Satellit (DVB-S). Das „T“ in DVB-T steht für terrestrischen Empfang, also das Antennensignal, der wie früher das analoge Fernsehen weiterhin die UHF und VHF Frequenzen nutzt. Mittlerweile wurde das DVB-T Verfahren durch DVB-T2 HD ersetzt, das die Weiterentwicklung für den HD-Empfang ist.

Bei DVB-C und DVB-T2 werden zwar viele, aber nicht alle von einem Satelliten ausgesendeten Programme eingespeist. In Deutschland lebenden Migranten reichen häufig sogar die von Astra ausgestrahlten Free-TV Sender nicht aus, weil sie kostenfrei Sender in ihrer Muttersprache empfangen wollen. Sie weichen dann auf andere Satelliten aus.
Die Deutsche GigaNet verspricht, 20 Sender einzuspeisen…

Rundfunk

Neben den Hörfunksendern auf Lang-, Mittel- und Kurzwelle werden qualitativ hochwertige Sendungen per UKW–Rundfunk, DAB und DAB+ verbreitet. Der UKW Rundfunk nutzt dabei die Frequenzen von 87,5-108 MHz (VHF Band II), DAB 174-230 MHz (VHF Band III), DAB+ 1-2,6 GHz (UHF).

Digital Audio Broadcasting (DAB) ist ein digitaler Übertragungsstandard für terrestrischen Empfang. Es ist für den Frequenzbereich von 30 MHz bis 3 GHz geeignet und schließt daher auch die Verbreitung von Hörfunkprogrammen über Kabel und Satellit ein.

Die Fernsehempfangsvariante DVB-T wird über eine im Haus befindliche Antenne empfangen, die Rundfunkempfangsvariante DAB(+) in der Regel ebenfalls.

Mobilfunk 5G

Wie dem Ortsvorsteher seit dem 15.12.2020 bekannt ist[1] und für Sitzungsteilnehmer der Ortsbeiratssitzung Weilburg-Kirschhofen am 13.1.2022 zu erfahren war, beabsichtigt Vodafone an der Kreisstraße nach Gräveneck zwischen Hohe Straße und Gelbem Weg einen Mobilfunkmast zu errichten. Dieser soll auch die 5G Frequenzen unterstützen. Bei einer 5G Signalreichweite von ca. 1km dürfte auch das Unterdorf von Kirschhofen damit versorgt werden. Ob und wann der Mast im Landschaftsschutzgebiet gebaut wird ist noch nicht bekannt.

Über einen entsprechenden Funkrouter dürften 640 Mbit/s im Download und 50 Mbit/s beim Upload erreichbar sein[2]. An einen solchen Funkrouter können auch Festnetz- und DECT-Telefone angeschlossen werden. Somit wird es für den Ortsteil in Kirschhofen unter Umständen eine zusätzliche Möglichkeit für schnellen Internetzugriff geben.


[1] Weilburger Tageblatt 21.1.2022, Timo König

[2] ct Magazin für Computertechnik 25/2021 Seite 74f, Heise Verlag

Abschließende Anmerkungen und Bewertung

Früher oder später werden die FTTH Verbindungen auf Glasfaser umgestellt, selbst wenn man die 40% Marke an Vertragswechslern nicht erreicht wird und die Deutsche GigaNet GmbH den Ausbau in Kirschhofen nicht durchführt. Für das Legen einer Einzelverbindung über Glasfaser ohne Vertragsabschluss hat diese Firma einen Preis von 1900€ ausgerufen.

Investitionen jedes kommerziellen Anbieters müssen sich amortisieren. Vermutlich erwartet der nordamerikanische Investor der Deutschen GigaNet GmbH[1], dass sich Kapitalinvestitionen innerhalb kurzer Zeit amortisieren.

Man kann davon ausgehen, dass die Erstellungskosten für den Kupferleitungsersatz durch Glasfaser vom MFG bis zum Haus (FTTH) bei jedem Lieferanten annähernd identisch sind.

Im Unterschied zur Telekom muss die Deutsche Giganet GmbH die FTTC Verteiler noch aufbauen und ihren Glasfaseranschluss zu den zentralen Verteilerstellen des Unternehmens noch legen. Das erzeugt zusätzliche vom Kunden zu bezahlende Kosten.

Im Haus des Kunden muss das Glasfasermodem mit einem Stromanschluss versorgt werden, dessen Bau- und Verbrauchskosten vom Kunden zu tragen sind.


[1] Vom britschen Infrastruktur-Investor „InfraRed Capital Partners“ finanziert. Die Firma gehört zur kanadischen Sun Life-Gruppe

Zu guter Letzt noch zwei Fragen:

Ist es für den Weilburger Bürger sinnvoll, zusätzlich zu der vorhandenen FTTH-Infrastruktur der Telekom eine zweite aufzubauen? Kommt der so geschaffene Mitbewerb dem Kunden zugute?

Wann kann damit rechnen, dass eine von der Deutschen GigaNet GmbH aufgebaute Glasfaserinfrastruktur in Weilburg-Kirschhofen nutzbar ist und man andere Kommunikationsverträge kündigen kann?

Anhang

Erläuterung von Fachbegriffen und Abkürzungen

MSN (Multiple Subscriber Number oder Mehrfachrufnummer)

Sie ist ein Leistungsmerkmal von dem nahezu abgelösten ISDN (Integrated Digital Services Network). MSN ermöglicht es, jedem Gerät im Netzwerk eine individuelle Rufnummer zuzuordnen. Eine vollständige MSN setzt sich aus einer Ländervorwahl, der Ortsnetzkennziffer und der Mehrfachrufnummer zusammen. So ist es möglich, gleichzeitig zwei Telefonate über eine einzige ISDN-Verbindung zu führen.
Bemerke: Einem Gerät können mehrere MSNs zugewiesen werden.

Im Zusammenhang mit den Glasfaserverbindungen gibt es ein paar zusätzliche Fachabkürzungen, die jeder zu deuten in der Lage sein sollte, um das fachliche Geschwurbel der Anbieter zu verstehen. Die Verbindung von der Vermittlungsstelle zu den in Endanschlussnähe befindlichen zumeist grauen Schaltkästen nennt sich FTTC. Die Verbindungsarchitektur dieser Kästen zu den Endanschlüssen wird mit FTTH bezeichnet.

FTTC (Fibre to the curb)
bedeutet, dass die Vermittlungsstelle durch eine Glasfaserverbindung mit Mini-Vermittlungsstellen (MFGs entsprechend) verbunden wird. Das scheint bei den im Ortsteil aufgestellten MFGs bereits der Fall zu sein. Diese Mini-Vermittlungsstellen dienen dem Anschluss der FTTH Verbindungen, das heißt, den Anschlüssen bis zum Haus. Momentan erfolgt das noch per Kupferkabel, wenn die Telekom den Auftrag bekommen hätte, würden aus demselben Kasten die Glasfaserverbindungen bis in die Wohnung (FTTH) aufgeführt.

FTTH (Fiber to the Home)
heißt, die Glasfaserleitung führt bis in die Wohnung. Ein solcher Glasfaseranschluss-Ausbau ist eine direkte Verbindung vom Hausanschluss in das weltweite Netz. Er ermöglicht auf der Nutzerseite Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 MBit/s beim Download.

FTTB (Fibre to the building)
ist dem recht ähnlich und besagt lediglich, dass die Glasfaser bis zu einem Endpunkt im Gebäude verlegt wird.

FTTD (Fibre to the desk)
heißt, die Glasfaserleitung endet am Arbeitsplatz.

Feststellung des persönlichen Anforderungsprofils

Jeder sollte auf Basis einer Kosten-Nutzen-Analyse entscheiden, ob er mit dem derzeitigen Angebot seines Telekommunikationslieferanten auf absehbare Zeit auskommt oder ob sich seine Anforderungen erhöht haben.

Um sich für einen Serviceanbieter und Qualität seiner Dienste (Bandbreite/ Funktionsumfang) entscheiden zu können, muss man für seine Situation klären, was man auf absehbare Zeit an Diensten benötigt.

Bitte lassen Sie sich von den oben gemachten Angaben inspirieren und stellen Sie für sich ein Anforderungsprofil auf, um Ihren Internetbandbreitenbedarf einschätzen zu können.

An dieser Stelle eine beispielhaftes Anforderungsprofil (Mehrgenerationenhaus) basierend auf der derzeit vorhandenen hausinternen Infrastruktur:

  • Router Fritzbox 7490 nahe am Kabelübergabepunkt (Untergeschoss)
    • DECT (von einem Mobilapparat genutzt)
    • Interner ISDN Anschluss (ISDN Festnetztelefonapparat)
    • Integrierter Gbit Switch (4 Anschlussports)

Das hausinterne LAN wird über Devolo dLAN 1200+ Powerline Adapter innerhalb des Hausstromnetzes verteilt

  • Fritz DECT Repeater im Obergeschoss (von 2 Mobilapparaten genutzt)
  • Fritz WLAN Repeater im Obergeschoss
  • Fernsehempfang
    DVB-S (8-Kanal-Multiplexer an 84cm Empfangsschüssel
    DVB-T2 Empfang über eine Antenne auf dem Dachboden
    • 4 Fernsehgeräte (zwei davon sehr häufig genutzt)
    • 2 Videorecorder (einer davon sehr häufig genutzt)
  • Rundfunkempfang
    UKW und DAB(+) und Internet (sehr selten)
    Insgesamt 4 Geräte
  • Telefonie
    5 Telefoniegeräte mit eigenen MSN-Nummern
    • 3 DECT Mobilgeräte (3 MSNs)
    • 1 ISDN Telefongerät (2 MSNs)
    • 1 Telefaxgerät (1 MSN) Direktanschluss am Router (PBX)
  • Internetgeräte
    • WLAN
      • 3 Mobiltelefone (Datentransfers)
      • 2 Tablets (Datentransfer)
      • 2 Internetradiogeräte (Streams selten genutzt)
      • 1 Personal Computer 75% Nutzung
        Datentransfer, Video Conferencing, HomeOffice
    • LAN
      • 1 Personalcomputer 25% Nutzung
      • 1 Personalcomputer 100% Nutzung

Zwei der TV Geräte nutzen konkurrierend den Astra-Satellitendienst gleichzeitig. Bis zu 8 Geräte können angeschlossen werden. Der LAN Anschluss dieser TV Geräte wird außer für gelegentliche Internetrecherchen fast nie benutzt.

2 permanent zur Verfügung stehende Telefoniekanäle scheinen für die Zahl der hier eingesetzten Telefonendgeräte und deren Nutzung ausreichend zu sein. 

Falls Sie eine Fritzbox als Router einsetzen, können sich nach Anmeldung auf der Box über die Auswahl der Punkte

FRITZ!Box 7490>Internet>Online-Monitor>Online-Zähler

anschauen, wie viele Daten, welches Datenvolumen in Megabyte Sie heute, gestern, in der aktuellen Woche, im aktuellen Monat, im Vormonat über den Anschluss   gesendet und empfangen haben. Internettelefonie oder IPTV wird vom Online-Zähler nicht mitgezählt. So können Sie eine ungefähre Einschätzung über Ihr Internetverhalten bekommen und ob Sie an die Bandbreitengrenzen Ihres derzeitigen Internetzugangs gestoßen sind.   

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