Hervorgehoben

Glasfaserverkabelung Kirschhofen

v.01.01 24.1.2022
(c) Günther Wiehlmann 2022

Es gibt gute Gründe, die der Kommunikation dienenden Kupferkabelverbindungen der Hausanschlüsse mit Telekommunikationsdienstleistern zukünftig durch entsprechende Glasfaserverbindungsstrecken zu ersetzten.

Alles hat seinen Preis. Aus Kosten-Nutzen-Überlegungen heraus muss man für sich persönlich feststellen, wieviel zuverlässig funktionierende Kommunikationsbandbreite man braucht.

Im Ortsteil vorhandene Telekom-Infrastruktur

Früher führten alle zur Vermittlungsstelle (Knotenamt) führende Verbindungskabel eines Hausanschlusses direkt zu einem am Straßenrand stehenden Kabelverzweiger (sogenannte KVz). Diese KVzs waren passiv, die Vermittlungslogik lag, vom Hausanschluss gesehen, hinter einem Anschluss in der Vermittlungsstelle. Von dort verband man den Kundenanschluss mit Telefonnetz und Internet.

Beispiel Telekom-Kabelverzweiger (KVz)

Von diesen grauen am Straßenrand stehenden Kästen gibt es in Kirschhofen mehrere. In ihnen werden die zu den Hausanschlüssen gehenden Kupferleitungen mit der Vermittlungsstelle verbunden.

Dem technischen Fortschritt folgend hat die Telekom ihre Anschlusstechnik mittlerweise modernisiert: die KVzs wurden durch Multifunktionsgehäuse (MFGs) ersetzt, deren DSL-Multiplexer per Glasfaserleitung an die Vermittlungsstelle angeschlossen sind.

Ein bekannter Standort eines solchen MFGs ist am Dorfplatz Weilburg-Kirschhofen.

Die Technik der alten KVzs wurde in die neueren MFGs integriert, die Erweiterungen für Glasfasertechnik befinden sich ebenfalls in diesem Gehäuse (Stromversorgung, Umsetzung Glasfaser-Kupfer). Nutzen die Telekomkunden weiterhin Kupferverbindungen, werden die von der Vermittlungsstelle kommenden Glasfasersignale in den MFGs umgesetzt und mit den Kupferleitungen der Hausanschlüsse verbunden.

Telekom MFG18 (geschlossen)
Telekom MFG18 (geöffnet)

Datensignale (Telefonie, Internet) werden über Glasfaserleitungen von der zentralen Telekom-Vermittlungsstelle in Weilburg zum Telekom-Multifunktionsgehäuse (MFG) in Kirschhofen geleitet. Dabei übernimmt die ins MFG eingebaute Technik die Aufgabe einer Mini-Vermittlungsstelle und entlastet die Zentrale. Um das zu ermöglichen wurde in das MFG ein Netzteil und zusätzliche Elektronik für die dafür benötigte Logik eingebaut.

Zukunftsausblick

Es fehlt lediglich ein letzter Schritt, um die Hausanschlüsse der Kunden auf Glasfaserleitungen umstellen:

  • zunächst müssen vom MFG Glasfaserleitungen sternförmig in jedes Haus gelegt werden. Genauso wie die Kupfertelefonleitungen sind sie zweiadrig. Die Arbeit wird von spezialisierten Erdbauunternehmen ausgeführt.
  • Im Haus des Kunden wird vom Lieferanten als Abschluss der FTTH Strecke ein Glasfasermodem installiert, das am Stromnetz angeschlossen werden muss, um die Glasfasersignale auf LAN Signale umsetzen zu können. Das Gerät besitzt einen LAN Anschluss (RJ45), der mit dem Router verbunden wird.
  • In der Regel bleibt die Hausverkabelung unverändert, vielleicht wird sogar der bereitsvorhandene Internetrouter verwendet.
  • Als letzter Schritt wird der alte Kupferanschluss im MFG abgeklemmt und das neue Glasfaserkabel des Kunden wird aktiviert.
    Danach ist nur noch die Internetrouterkonfiguration im Haus anzupassen.

Messbeispiel alte Telekom-Anschlusstechnik (FTTH)

Die Daten dieses Messbeispiels wurde an einem Kundenstandort (Haus Breitheckerweg 5) erzeugt. Bei Nutzung der derzeit zur Verfügung stehenden technischen Infrastruktur sind bei Buchung eines entsprechenden Tarifs höhere Bandbreiten möglich: Bis zu 175 Mbit/s download und bis zu 40 MBit/s upload.

Da in diesem Fall nur 100 Mbit/s bezahlt werden, wurde die Bandbreite von der Telekom gedrosselt auf bis zu 100 Mbit/s download und bis zu 40 MBit/s upload.

Anbieter: Telekom
Tarif: MagentaZuhause L mit VDSL 100
Kosten: 45,08€ (Anteil Homepage Starter 4,94€, abwählbar

Leistungsumfang:
6 zusätzliche MSNs, 10 konfiguriert
EVÜ unverkürzt (Einzelverbindungsübersicht)
VDSL 100TV (bis zu 6 TV Sendungen parallel schauen)
MagentaCLOUD S (15GB Volumen)
SMS-, MMS-, Fax-Versand
Homepage-Starter
WLAN TO GO (Hot Spot)
Heimnetz-Diagnose
VoIP Basistarif

Messzeit: 17.1.2022               15:03
Download: 86,43 Mbit/s
Upload: 37,27 Mbit/s

Laufzeit zu Servern der Bundesnetzagentur in Frankfurt: 11 ms

Laut der im Breitheckerweg 5 eingesetzten Fritzbox 7490 ist die DSL Vermittlungsstelle (Telekom MFG) 413 m entfernt. Das ist ungefähr die Entfernung zum Dorfplatz. Die Telekom setzt im MFG ein Gerät des Herstellers Nokia und eine Broadcom Schnittstelle der Version 11.4.31 ein. 

Quelle: Breitbandmessung Desktop-App Version 3.1.0 64-Bit 17.1.2022 15:03 Uhr

Glasfaserausbau Weilburg-Kirschhofen durch die Deutsche GigaNet

Allgemein verfügbare Information und offene Fragen

Wenn sich 40% der Weilburger Hausbesitzer für einen Vertrag mit der Deutschen GigaNet GmbH (DGN) entscheiden übernimmt diese den FTTH Glasfaserausbau und die Versorgung mit Telefon-/ Internet-/Rundfunkdiensten.

Damit die Dienste geliefert werden können muss die DGN einige Vorarbeiten leisten. Der Einfachheit halber verwende ich auch hier die Gerätebezeichnungen der Telekom:

  1. Legen der Glasfaserverbindungen von der DGN Zentrale (in Weilburg?) an die DGN MFGs (FTTC).
  2. Legen der Glasfaserverbindungen von den MFGs in die Häuser (FTTH).

Um die Auswirkungen auf das Ortsteilleben einschätzen zu können sollten folgende Informationen gegeben werden:

  1. Baut die DGN ihre DGN-MFGs in die Nähe der Telekom MFGs?
    So bleibt ein späterer Rückbau möglich.
  2. Wo werden die sternförmig von den Mini-Vermittlungsstellen zu verlegenden Verbindungen zu den Häusern und Wohnungen verlegt (FTTH)?
  3. Welche Behinderungen sind im Ortsteil über welchen Zeitraum zu erwarten?
  4. Wenn nach 24 Monaten der Vertrag mit der DGN gekündigt wird und man wieder einen Vertrag mit der Telekom abschließen möchte: wie erfolgt die Umschaltung?
  5. Wie unterstützt DGN Routerfreiheit?
    GPON|AON?
    aktiver Anschluss|passiver Anschluss?
  6. Werden die alten Telefonnummern der Kunden übernommen?
    MyNet bietet nur bis zu 3 (MSN) Telefonnummern an. Was geschieht bei Kunden, die derzeit mehr als 3 MSNs verwenden?

Laut Information des Landrats[1] wollen die Kommunen gemeinsam mit dem Landkreis im Zuge der Fortentwicklung der Breitbandstrategie nunmehr sogenannte Masterpläne für den sich anschließenden flächendeckenden Glasfaserausbau erstellen.

Laut Landrat wird als nächster Schritt ein fachkundiges Büro ausgewählt, das die entsprechenden Grundlagen für die Erstellung sogenannter Masterpläne erarbeitet. Unter anderem müssen alle nutzbaren Infrastrukturen der Kommunen, der Energieversorger beziehungsweise auch der Telekommunikationsunternehmen erfasst werden. All diese Informationen werden in einem zentralen Geoinformationssystem eingespeist. Daran schließt sich eine maschinelle Glasfasernetzberechnung an. Dabei werden auch Aspekte für eine Verbesserung der Mobilfunkversorgung und insbesondere auch für den anstehenden 5G-Ausbau berücksichtigt.


  • Wie lautet der Name des vom Landrat genannten fachkundigen Büros, von dem man Details zu den Masterplänen erfahren kann?
  • Wann sind diese Masterpläne für die Ortsteile von Weilburg einsehbar?
  • Im Zuge des Strukturausbaus (FTTH) werden umfangreiche Erdarbeiten im Ort notwendig. Die Arbeiten werden vermutlich durch von der DGN beauftragte Erdbaufirmen durchgeführt. Wer dient als zentraler Ansprechpartner für den Ortsteil?

[1] https://www.landkreis-limburg-weilburg.de/wirtschaft-tourismus/breitbandausbau/details/breitbandausbau-im-landkreis-landrat-michael-koeberle-erlaeuterte-die-strategie-weitere-250000-euro-fuer-flaechendeckenden-glasfaserausbau

Vortrag Ortsbeiratssitzung Kirschhofen 13.1.2022 (Herr Philippi)

Auf der Ortsbeiratssitzung in Kirschhofen am 13.1.2022 hat Sebastian Philippi, ein IT Lehrer der Technikerschule Weilburg, einen Vortrag zum Thema Glasfaserflächenverkabelung gehalten. Die von ihm angeführten Argumente warben für eine in Weilburg flächendeckende Glasfaserverkabelung, die speziell auf die Anschlüsse in Privathäusern abzielt.

Seine Argumente waren:

  • Wertverlust eines Privathauses ohne Glasfaseranschluss
  • Höhere Kosten beim späteren Bau eines Glasfaserhausanschlusses
  • Solidarität der Bewohner fördert das Ziel flächendeckende Glasfaserinfrastruktur
  • Schnelles Internet zieht junge Familien an
  • Satellitenfernsehdienste könnten zukünftig eingestellt werden

Damit schloss der Vortrag und Sebastian Philippi bot eine weitere Diskussion mit Interessierten im Foyer an. Außerdem wurde angekündigt, dass die Deutsche GigaNet GmbH im Februar 2022 für Interessierte einen Vortrag in Kirschhofen halten wird.

Anmerkungen Günther Wiehlmann zu den von Herrn Philippi angeführten Argumenten

In der jetzigen Situation scheint die Beauftragung der Deutschen GigaNet GmbH alternativlos zu sein. Telekom Kunden müssen bei Abschluss eines Vertrages mit der Deutschen GigaNet ihren alten Vertrag kündigen oder zwei Verträge parallel bezahlen.

Unerwähnt blieb in Herrn Philippis Vortrag, dass sich Broadcastdienste wie Fernsehen und Rundfunk grundsätzlich von auf Interaktion abzielende Dienste unterscheiden, die sich typischerweise des Internets bedienen.

Latenzzeiten sind „Gift“ für Internetverbindungen, wenn man man Telefonie- oder Videokonferenzdienste oder Messenger-Apps nutzt. Bei Broadcastdiensten ist die Zeitverzögerung nicht relevant, solange die Latenzzeiten konstant bleiben.

Herr Philippi stellte Fernsehsatellitendienste als sterbende Technologie dar.

Broadcastdienste sind dafür ausgelegt, jeden Empfänger direkt und ohne Rückmeldung zu bedienen. Öffentliche und kommerzielle Sendeanstalten bezahlen Satellitenbetreiber, um für ihre Programme ausreichende Sendebandbreiten zur Verfügung gestellt zu bekommen. Wird für den Empfang der Broadcasts der Internetanschluss genutzt, wird die bestellte Internetbandbreite zusätzlich zu den interaktiven Diensten belastet (je nach Bildqualität von 3,5 bis 28 Mbit/s pro laufende Sendung/ Stream). Der Bandbreitenbedarf einer DAB Hörfunksendung beträgt ca. 160 kbit/s. 

Stellt man sich das in einem Mehrgenerationenhaus erzeugte Lastverhalten auf einer FTTH Strecke vor, wenn mehrere TV-Geräte gleichzeitig Fernsehprogramme und Rundfunkprogramme über einen Glasfaserhausanschluss beziehen, wird es klar, warum man hohe Bandbreiten benötigt.

Bei Broadcastdiensten wie Fernsehen und Rundfunk ist sind Laufzeiten vom Sender zum Empfänger grundsätzlich unerheblich. Sendestationen können die ihnen technisch zur Verfügung stehenden Bandbreiten voll auslasten. Die Nutzerzahl spielt dabei keine Rolle.

Welche Möglichkeiten gibt es derzeit, um Broadcasting-Dienste zu nutzen?

Fernsehen

Vor Jahren wurde die analoge Signalübertragung von Fernsehbildern durch DVB ersetzt. So wurde die Empfangsqualität erheblich verbessert. Als nächster Schritt erfolgte die Einführung von DVB-T2, was ebenfalls eine Qualitätsverbesserung ergab.

Die in diesem Zusammenhang verwendeten Abkürzungen bezeichnen die verschiedenen Übertragungswege des Digitalen Fernsehens (DVB, Digital Video Broadcasting).
Ein „C“ steht für Kabel (engl. Cable), ein „S“ für Satellit (DVB-S). Das „T“ in DVB-T steht für terrestrischen Empfang, also das Antennensignal, der wie früher das analoge Fernsehen weiterhin die UHF und VHF Frequenzen nutzt. Mittlerweile wurde das DVB-T Verfahren durch DVB-T2 HD ersetzt, das die Weiterentwicklung für den HD-Empfang ist.

Bei DVB-C und DVB-T2 werden zwar viele, aber nicht alle von einem Satelliten ausgesendeten Programme eingespeist. In Deutschland lebenden Migranten reichen häufig sogar die von Astra ausgestrahlten Free-TV Sender nicht aus, weil sie kostenfrei Sender in ihrer Muttersprache empfangen wollen. Sie weichen dann auf andere Satelliten aus.
Die Deutsche GigaNet verspricht, 20 Sender einzuspeisen…

Rundfunk

Neben den Hörfunksendern auf Lang-, Mittel- und Kurzwelle werden qualitativ hochwertige Sendungen per UKW–Rundfunk, DAB und DAB+ verbreitet. Der UKW Rundfunk nutzt dabei die Frequenzen von 87,5-108 MHz (VHF Band II), DAB 174-230 MHz (VHF Band III), DAB+ 1-2,6 GHz (UHF).

Digital Audio Broadcasting (DAB) ist ein digitaler Übertragungsstandard für terrestrischen Empfang. Es ist für den Frequenzbereich von 30 MHz bis 3 GHz geeignet und schließt daher auch die Verbreitung von Hörfunkprogrammen über Kabel und Satellit ein.

Die Fernsehempfangsvariante DVB-T wird über eine im Haus befindliche Antenne empfangen, die Rundfunkempfangsvariante DAB(+) in der Regel ebenfalls.

Mobilfunk 5G

Wie dem Ortsvorsteher seit dem 15.12.2020 bekannt ist[1] und für Sitzungsteilnehmer der Ortsbeiratssitzung Weilburg-Kirschhofen am 13.1.2022 zu erfahren war, beabsichtigt Vodafone an der Kreisstraße nach Gräveneck zwischen Hohe Straße und Gelbem Weg einen Mobilfunkmast zu errichten. Dieser soll auch die 5G Frequenzen unterstützen. Bei einer 5G Signalreichweite von ca. 1km dürfte auch das Unterdorf von Kirschhofen damit versorgt werden. Ob und wann der Mast im Landschaftsschutzgebiet gebaut wird ist noch nicht bekannt.

Über einen entsprechenden Funkrouter dürften 640 Mbit/s im Download und 50 Mbit/s beim Upload erreichbar sein[2]. An einen solchen Funkrouter können auch Festnetz- und DECT-Telefone angeschlossen werden. Somit wird es für den Ortsteil in Kirschhofen unter Umständen eine zusätzliche Möglichkeit für schnellen Internetzugriff geben.


[1] Weilburger Tageblatt 21.1.2022, Timo König

[2] ct Magazin für Computertechnik 25/2021 Seite 74f, Heise Verlag

Abschließende Anmerkungen und Bewertung

Früher oder später werden die FTTH Verbindungen auf Glasfaser umgestellt, selbst wenn man die 40% Marke an Vertragswechslern nicht erreicht wird und die Deutsche GigaNet GmbH den Ausbau in Kirschhofen nicht durchführt. Für das Legen einer Einzelverbindung über Glasfaser ohne Vertragsabschluss hat diese Firma einen Preis von 1900€ ausgerufen.

Investitionen jedes kommerziellen Anbieters müssen sich amortisieren. Vermutlich erwartet der nordamerikanische Investor der Deutschen GigaNet GmbH[1], dass sich Kapitalinvestitionen innerhalb kurzer Zeit amortisieren.

Man kann davon ausgehen, dass die Erstellungskosten für den Kupferleitungsersatz durch Glasfaser vom MFG bis zum Haus (FTTH) bei jedem Lieferanten annähernd identisch sind.

Im Unterschied zur Telekom muss die Deutsche Giganet GmbH die FTTC Verteiler noch aufbauen und ihren Glasfaseranschluss zu den zentralen Verteilerstellen des Unternehmens noch legen. Das erzeugt zusätzliche vom Kunden zu bezahlende Kosten.

Im Haus des Kunden muss das Glasfasermodem mit einem Stromanschluss versorgt werden, dessen Bau- und Verbrauchskosten vom Kunden zu tragen sind.


[1] Vom britschen Infrastruktur-Investor „InfraRed Capital Partners“ finanziert. Die Firma gehört zur kanadischen Sun Life-Gruppe

Zu guter Letzt noch zwei Fragen:

Ist es für den Weilburger Bürger sinnvoll, zusätzlich zu der vorhandenen FTTH-Infrastruktur der Telekom eine zweite aufzubauen? Kommt der so geschaffene Mitbewerb dem Kunden zugute?

Wann kann damit rechnen, dass eine von der Deutschen GigaNet GmbH aufgebaute Glasfaserinfrastruktur in Weilburg-Kirschhofen nutzbar ist und man andere Kommunikationsverträge kündigen kann?

Anhang

Erläuterung von Fachbegriffen und Abkürzungen

MSN (Multiple Subscriber Number oder Mehrfachrufnummer)

Sie ist ein Leistungsmerkmal von dem nahezu abgelösten ISDN (Integrated Digital Services Network). MSN ermöglicht es, jedem Gerät im Netzwerk eine individuelle Rufnummer zuzuordnen. Eine vollständige MSN setzt sich aus einer Ländervorwahl, der Ortsnetzkennziffer und der Mehrfachrufnummer zusammen. So ist es möglich, gleichzeitig zwei Telefonate über eine einzige ISDN-Verbindung zu führen.
Bemerke: Einem Gerät können mehrere MSNs zugewiesen werden.

Im Zusammenhang mit den Glasfaserverbindungen gibt es ein paar zusätzliche Fachabkürzungen, die jeder zu deuten in der Lage sein sollte, um das fachliche Geschwurbel der Anbieter zu verstehen. Die Verbindung von der Vermittlungsstelle zu den in Endanschlussnähe befindlichen zumeist grauen Schaltkästen nennt sich FTTC. Die Verbindungsarchitektur dieser Kästen zu den Endanschlüssen wird mit FTTH bezeichnet.

FTTC (Fibre to the curb)
bedeutet, dass die Vermittlungsstelle durch eine Glasfaserverbindung mit Mini-Vermittlungsstellen (MFGs entsprechend) verbunden wird. Das scheint bei den im Ortsteil aufgestellten MFGs bereits der Fall zu sein. Diese Mini-Vermittlungsstellen dienen dem Anschluss der FTTH Verbindungen, das heißt, den Anschlüssen bis zum Haus. Momentan erfolgt das noch per Kupferkabel, wenn die Telekom den Auftrag bekommen hätte, würden aus demselben Kasten die Glasfaserverbindungen bis in die Wohnung (FTTH) aufgeführt.

FTTH (Fiber to the Home)
heißt, die Glasfaserleitung führt bis in die Wohnung. Ein solcher Glasfaseranschluss-Ausbau ist eine direkte Verbindung vom Hausanschluss in das weltweite Netz. Er ermöglicht auf der Nutzerseite Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 MBit/s beim Download.

FTTB (Fibre to the building)
ist dem recht ähnlich und besagt lediglich, dass die Glasfaser bis zu einem Endpunkt im Gebäude verlegt wird.

FTTD (Fibre to the desk)
heißt, die Glasfaserleitung endet am Arbeitsplatz.

Feststellung des persönlichen Anforderungsprofils

Jeder sollte auf Basis einer Kosten-Nutzen-Analyse entscheiden, ob er mit dem derzeitigen Angebot seines Telekommunikationslieferanten auf absehbare Zeit auskommt oder ob sich seine Anforderungen erhöht haben.

Um sich für einen Serviceanbieter und Qualität seiner Dienste (Bandbreite/ Funktionsumfang) entscheiden zu können, muss man für seine Situation klären, was man auf absehbare Zeit an Diensten benötigt.

Bitte lassen Sie sich von den oben gemachten Angaben inspirieren und stellen Sie für sich ein Anforderungsprofil auf, um Ihren Internetbandbreitenbedarf einschätzen zu können.

An dieser Stelle eine beispielhaftes Anforderungsprofil (Mehrgenerationenhaus) basierend auf der derzeit vorhandenen hausinternen Infrastruktur:

  • Router Fritzbox 7490 nahe am Kabelübergabepunkt (Untergeschoss)
    • DECT (von einem Mobilapparat genutzt)
    • Interner ISDN Anschluss (ISDN Festnetztelefonapparat)
    • Integrierter Gbit Switch (4 Anschlussports)

Das hausinterne LAN wird über Devolo dLAN 1200+ Powerline Adapter innerhalb des Hausstromnetzes verteilt

  • Fritz DECT Repeater im Obergeschoss (von 2 Mobilapparaten genutzt)
  • Fritz WLAN Repeater im Obergeschoss
  • Fernsehempfang
    DVB-S (8-Kanal-Multiplexer an 84cm Empfangsschüssel
    DVB-T2 Empfang über eine Antenne auf dem Dachboden
    • 4 Fernsehgeräte (zwei davon sehr häufig genutzt)
    • 2 Videorecorder (einer davon sehr häufig genutzt)
  • Rundfunkempfang
    UKW und DAB(+) und Internet (sehr selten)
    Insgesamt 4 Geräte
  • Telefonie
    5 Telefoniegeräte mit eigenen MSN-Nummern
    • 3 DECT Mobilgeräte (3 MSNs)
    • 1 ISDN Telefongerät (2 MSNs)
    • 1 Telefaxgerät (1 MSN) Direktanschluss am Router (PBX)
  • Internetgeräte
    • WLAN
      • 3 Mobiltelefone (Datentransfers)
      • 2 Tablets (Datentransfer)
      • 2 Internetradiogeräte (Streams selten genutzt)
      • 1 Personal Computer 75% Nutzung
        Datentransfer, Video Conferencing, HomeOffice
    • LAN
      • 1 Personalcomputer 25% Nutzung
      • 1 Personalcomputer 100% Nutzung

Zwei der TV Geräte nutzen konkurrierend den Astra-Satellitendienst gleichzeitig. Bis zu 8 Geräte können angeschlossen werden. Der LAN Anschluss dieser TV Geräte wird außer für gelegentliche Internetrecherchen fast nie benutzt.

2 permanent zur Verfügung stehende Telefoniekanäle scheinen für die Zahl der hier eingesetzten Telefonendgeräte und deren Nutzung ausreichend zu sein. 

Falls Sie eine Fritzbox als Router einsetzen, können sich nach Anmeldung auf der Box über die Auswahl der Punkte

FRITZ!Box 7490>Internet>Online-Monitor>Online-Zähler

anschauen, wie viele Daten, welches Datenvolumen in Megabyte Sie heute, gestern, in der aktuellen Woche, im aktuellen Monat, im Vormonat über den Anschluss   gesendet und empfangen haben. Internettelefonie oder IPTV wird vom Online-Zähler nicht mitgezählt. So können Sie eine ungefähre Einschätzung über Ihr Internetverhalten bekommen und ob Sie an die Bandbreitengrenzen Ihres derzeitigen Internetzugangs gestoßen sind.   

Hervorgehoben

Inhaltsverzeichnis

Weilburg Kirschhofen

Infrastruktur Weilburg

Allgemeine Themen

Mein Heimatdorf Kirschhofen

von Dieter Kerbl 1984

Postkarte, vermutlich von vor 1984

Kirschhofen wird 1450 zum erstenmal in der Geschichte der Stadt Weilburg in Verbindung mit dem Scheuernberger Hof genannt. Doch sind Urkunden vorhanden, die bezeugen, daß es schon Jahrhunderte früher bestand. Sein Name deutet auf die fränkische Zeit. Der Ursprung war ein Hof (fränkische Hube). Darum heißt es auch in alten Urkunden Kirschhuben. Noch heute ist dieser erste Hof im Dorfbild zu erkennen. Es sind die Anwesen des Bäckers Scheu und Albert Wern. Auch die Anlage dieser Gebäude ist fränkischer Bauart.

Eine Karte aus dem Jahr 1786 zeigt, daß das Dorf nur wenige Häuser hatte. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-48) hat unser Dorf schwer unter Plünderung und Brandschaden gelitten. Nach dem Westfälischen Frieden (1648) wohnten hier nur sieben Familien. Die Chronik des Kirchenbuches nennt 1646 folgende Familiennamen: Nies, Barth, Göbel, Schlicht, Picker, Kiefer und Muhl.

Erst um 1800 setzte eine neue Bauperiode ein. Damals entstanden die Untergasse, ein Teil der Hintergasse und der Schulberg. 1850-60 wurden viele Häuser von der Firma Wimpf (Guntersau) aus gestampfter Erde gebaut.

Eine dritte Bauperiode war nach dem ersten Weltkrieg in den Jahren 1924-30. Damals entstanden der Neue Weg und die Wingertstraße.

Die vorläufig letzte Bauperiode in der Geschichte Kirschhofens war nach dem zweiten Weltkrieg in den Jahren 1950-58. In dieser Zeit wurde der Roßstein bebaut.

Die Bewohner Kirschhofens waren ursprünglich Bauern, Leineweber, Schmiede- und Zimmerleute. Zwei alte Grabsteine aus dem Jahre 1695 zeigen die Wahrzeichen zweier Handwerkszweige:

Friedhofeingang: Leineweberschiffchen
Friedhofseingang: Schmiedehammer und Schürhaken

Um 1800 gab es Schiffer und Berufsfischer. Verschiedene Familien [be]trieben das Mühlenbauhandwerk, was aus den Stammbäumen und Ahnentafeln zu ersehen ist.

Heute arbeiten die Bewohner in Weilburg, Gräveneck, Gaudernbach, Albshausen, Grävenwiesbach und Wetzlar. In Weilburg arbeiten sie auf Büros, Handwerksbetrieben, Eisenbahn, Post und in Verkaufsstellen. In Gaudernbach, in der Firma Grill, dieRadiogehäuse herstellt. Viele arbeiten in Gräveneck auf der Grube „Georg-Josef“. In Albshausen sind viele bei der Firma Kling, die Kugellager und sonstige feinmechanische Dinge erzeugt, beschäftigt. Die meisten Männer jedoch arbeiten in Wetzlar in den Betrieben Leitz, Röchling, Buderus, Hensoldt und in Handwerksbetrieben als Maurer, Elektriker, Anstreicher, Schreiner und Schlosser. Die Frauen gehen nach Weilburg als Verkäuferinnen, in die Firma Hultsch und manche als Reinemachefrauen.

Der Wohlstand der Bevölkerung ist in den letzten zehn Jahren gewaltig gestiegen. Auf dem Roßstein entstand in 5 Jahren ein neues Wohnviertel mit 17 Häusern.

Die neue Siedlung mit 17 neuen Bauten am Roßstein

Innerhalb des Dorfes wurden noch viele Häuser umgebaut oder neu verputzt. Vier modern eingerichtete Verkaufsstellen bieten den 720 Einwohnern des Dorfes genug Einkaufsmöglichkeiten in Lebensmittel, Textilien und sonstigen Krämerwaren. Vor 5 Jahren gab es 4 Autos und ca 20 Motorräder. Heute gibt es 20 Autos ca 70 Motorräder und 12 Fernsehgeräte! Heute wird für soziales Leben mehr Geld ausgegeben, so gehen viele Einwohner die kein Fernsehgerät besitzen, öfters in eine der zwei Gastwirtschaften, oder viele gehen zu Vereinszusammentreffen.

In Kirschhofen gibt es 3 Vereine. Der stärkste an Mitgliedern ist der Sportverein mit 110, weiter folgt die Feuerwehr mit 77 und der Gesangverein mit 66 Mitgliedern. Außerdem gibt es den VDK, die ev. Frauenhilfe und sozial-politische Zusammenschlüsse einzelner Parteien.

Noch vor einem Jahr befinden sich das Bürgermeisteramt und die Lehrerwohnung in der alten Schule. Als der Lehrer Langschied in sein Eigenheim zog wurde das Gebäude zu einem Gemeindesaal, zu einem modernen Bürgermeisteramt und Abstellräumen eingerichtet. Auch die Gemeindebücherei, die sich vorher in der neuen Schule befand, wurde in die alte Schule verlegt. Der Gemeindesaal dient heute für Lichtbildervorträge, Versammlungen der Gemeindeverwaltung und der Frauenhilfe [sowie] für Gottesdienste beider Konfessionen.

Alte Schule: Zeichnung von D. Boger

1923 wurde ohne bauliche Erlaubnis das Ehrenmal für die Toten des 1. Weltkrieges errichtet.

Um den Gefallenen und Vermißten des 2. Weltkrieges eine Gedenkstätte zu errichten und auch aus Verkehrsgründen (Straßenerweiterung, elektrische Leitung über dem Denkmal) wurde in einer Bürgerversammlung 1956 eine Umlegung des Denkmals besprochen und in der nächsten Bürgerversammlung beschlossen. So wurde die Planung eines neuen Denkmals in Auftrag gegeben. Herr Maurermeister Wilhelm Erle aus Kirschhofen fertigte den Plan an. Die Vorbereitungsaufgaben wurden von ehrenamtlichen Stellen ausgeführt, der Aufbau selbst von den Maurern Willi Deuster und Ernst Bechtel, die Plattenarbeit wurde von der ansässigen Firma Karl Weil und Gießerei Rinker in Sinn ausgeführt. – Die Enthüllung des Denkmals fand am 16. November (Volkstrauertag) unter Beteiligung der gesamten Einwohnerschaft statt. – Die Finanzierung war sichergestellt durch eine Spendeaktion der Einwohner, die 1700,- DM einbrachte, der Rest wurde von der Gemeinde zugelegt.

Das neue Denkmal auf dem Friedhof

Bis zum Jahre 1900 gab es in Kirschhofen nur 3 Wasserstellen, die 1. am jetzigen Gemeindehaus die 2. an der Ecke Friedrichstraße (68) – Erbsengasse und die 3. war im Hause Fridolin Saam (Hauptstraße 45).

1900-1903 wurde 200m östlich vom Scheuernbergerkopf ein etwa 10m tiefer Schacht getrieben und auf diese Tiefe ein 20m langer Stollen in Richtung zum Hang. Das Wasser wurde in Rohre gefaßt und ohne Hochbehälter in das Ortsnetz gedrückt. 1909 wurde das Ortsnetz vollständig ausgebaut.

Das so gewonnene Wasser war zwar mengenmäßig ausreichend, jedoch stark eisenhaltig, sodaß man ab 1910 wieder nach neuen Wassermöglichkeiten suchen mußte. So baute man 1911-13 den Hochbehälter am Wingert mit zwei Kammern von je 35m³ Inhalt. 1916 wurde am Born ein kleiner Schacht mit langem Stollen getrieben, der Wasser bringen sollte, aber diese Bemühungen hatten geringen Erfolg. 1955 wurde dieser Stollen vom Ortsnetz getrennt, weil das Wasser in Folge der Feldbestellung auf Grund einer chemischen Untersuchung nicht mehr als einwandfrei erklärt wurde. 1911 hatte man in der „faulen Höll“ einen 8m tiefen Schacht in Rotschieferfelsen getrieben, dies ergab einwandfreies Wasser. Es wird noch heute und in Zukunft verwertet.

Da alle bisherigen Bohrungen nicht ganz befriedigten, teufte man 1919-20 auf dem heutigen Sportplatz einen Schacht bis auf die Höhe des Lahnspiegels. Jedoch war der Einbruch von Lahnwasser so stark, daß die Arbeit aufgegeben werden mußte.

1924-25 teufte man auf der Halde. Die Arbeiten wurden durch einen Bürgermeisterwechsel abgebrochen und erst 1929 fortgesetzt (bis auf die heutige Tiefe von 14,5m). Durch Errichtung einer Pumpstation erreichte man die Sicherstellung des Gebrauchwassers für 510 Einwohner des Dorfes.

1946 ergaben sich bei dem Zustrom von 250 Flüchtlingen und Evakuierten neue Wassersorgen. Während des 2. Weltkrieges waren Schacht und Stollen am Scheuernberger Kopf zugeschüttet und die gesamte Leitung herausgerissen worden. Bereits 1950 befaßte sich die Gemeindevertretung erneut mit dem Problem der Wasserversorgung, man mußte es aber wegen Kanal- und Straßenbauten zurückstellen.

1954 ließ man von einm Geologen ein Gutachten über die endgültige Sicherstellung der Wasserversorgung herstellen. Es wurde ein Tiefbohrung auf dem Grundstück Deuster auf der Halde vorgeschlagen. Die Finanzierung sollte durch eine Sonderholzfällung gesichert werden. Dies wurde aber abgelehnt. So kam dieser Plan damals nicht zur Ausführung. Gezwungen durch die ständig wachsende Wassernot infolge des Ausbaus auf Roßstein und Wingert wurde 57/ 58 ein neues Gutachten hergestellt. Diesmal wurden 2 Vorschläge gemacht:

1. Tiefbohrung auf Grundstück Deuster;

2. Erfassung von Übertagewasser vom Scheuernbergerkopf mit Enteisungsanlage.

Der 1. Vorschlag wurde ausgeführt, da jetzt die Finanzierung durch eine Sonderholzfällung gesichert wurde und durch Aufnahme einer Hypothek. – Die Tiefbohrung führte die Firma Etschel und Meyer von Hof in der Zeit von Juli bis September 1958 durch. Die Tiefe der Bohrung beträgt 50m. Wasser ohne Eisen und Kohlensäure gibt es in großen Mengen ab 34,5m. Die neue Quelle liefert 20l in der Sekunde. Dieses Wasservorkommen ist das größte, das je im Lahnbecken gefunden wurde. Die Bohrung zeigte: bis 8m liegt angeschwemmter Sand, bis 50m liegen verschiedene Arten von Schiefer und Quarzeinlagen. Über dem Schacht wird ein Schachtkopf (Brunnenkopf) gebaut und in der Nähe ein neues Pumpwerk errichtet.

Die bisherige Pumpstation auf der Halde bleibt, wird aber nicht weiter benutzt.

Ein neuer Hochbehälter wird „am Born“ mit 2 Kammern von je 120m³ Fassungsvermögen errichtet.  

Die Gemarkung Kirschhofen ist 280ha groß, davon entfallen auf das Dorf 12ha, auf den Wald 130ha, auf den Acker 94ha und auf die Wiesen 44ha.

In der Gemarkung Kirschhofen liegt der Scheuernbergerkopf. Er trägt auf seinem Gipfel einen uralten Hof, der heute von einem Förster bewirtschaftet wird. In der Nähe des Hofes liegen die Reste von einer alten Fliehburg aus der Keltenzeit. Zwei Abschnittswälle lassen noch heute ihre genaue Lage erkennen.

Noch viele Flurnamen wie „faule Höll“, „Dell“ und „eisernes Stück“ zählen alle zur Gemarkung Kirschhofen.

Ein Flurname in unserer Gemarkung deutet auf eine Siedlung hin, die nach dem Dreißigjährigen Krieg ausgegangen ist. Sie heißt „Siegelbach“. Die Sage erzählt folgendes:

Es war an einem hohen Festtag vor vielen hundert Jahren. Die Bewohner des Dorfes Sichelbach – Männer, Frauen und Kinder waren alle zum Gottesdienst in die Kirche nach Weilburg gegangen. Nur eine alte Großmutter war im Dorf zurückgeblieben. Da stieß plötzlich eine Zigeunerbande in das menschenleere Dorf. Sie schlugen Türen und Fenster ein und nahmen mit, was ihnen gefiel. Der alten Großmutter taten die Räuber zwar nichts zuleide, sie ließen sie aber einen Eid schwören, daß sie keinem Menschen je etwas von dieser Freveltaterzählen würde. Dann steckten sie die Häuser in Brand und bald stand das ganze Dorf in Flammen. Die Großmutter aber lief, so gut und schnell sie konnte, in die Kirche nach Weilburg. Unter Aufbietung ihrer letzten Kraft schleppte sie sich an eine Säule, umfaßte sie und rief: „Säule, Säule, Sichelbach brennt. Die Zigeuner haben’s angesteckt““ Nun eilten die Sichelbächer nach Hause und fanden ihre Heimstätten in Schutt und Asche. – Sichelbach wurde nie wieder aufgebaut. Die „Gräfin von der Eck“ gab den Bewohnern die Erlaubnis, ihre Wohnhäuser rund um die Burg zu bauen. Die neue Ansiedlung erhielt später den Namen Gräveneck.

Zwei Gedichte, die ich schon in der Schule lernte, werde ich nicht so schnell vergessen:

De Spuck in de Sichelbach

von Albert Picker

Es koom e Mann vo Gräveneck
So voll we siwe Maltersäck.
Un wuher hot de Mann den Klaps?
Vom ville Schworteberger Schnaps.

Wann aich nit su besoffe wär,
Su saate, ging aich unne her.
Aich hun e bißche vill em Dach,
Drum mach aich durch die Sichelbach.

Doch wie e do de Grove kimmt,
Wu sich de Weg gehirig krimmt,
Do fährt e Schreck em en die Baa:
In Weilburg däht’s do 12 grod schlaa.

Un o ze laafe fing he do
Herrgott, de Eselsmann kimmt jo!
Sei Huse worn so hort gefrun wie Staa
Un hon em alsfurt ge die Schouh geschlaa.
Dat gung do immer: klapp, klapp, klapp
Un hur sich o wie Eselstraf.

Do fehl em en sie ganze Sinn,
E läuft wie doll durch dick und dinn.
Doch wu he lääft geht’s klapp, klapp, klapp
Dicht hinnerm kimmt de Eselstrap.

Ihr leiwe Heilige, helft mer doch,
Da schlaaft meich jo ens Hueloch
E rennt und focht grod wie e Hund,
Sei Hout wor fortgefluhe schunt.

Do krisch e laut: Du leiwer Gott,
Verlaß mich nit in meiner Not!
Laß mich nur diesmal net allei
Ich trenk aach nie mehr Branntewei.

Des trabt und treibt un mächt nit halt,
Du leiwer Gott, der mächt mich kalt!
Oh Gottche, strof mich net en Zurn,
Aich hun jo schon mei Schouh verlun.

Un ohne Schouh gings weirer schnell,
Vom Sprenge-Grawe durch die Dell
E wor noch net om „Eisern Steck“,
Do fluhera em aach die Strimp eweg.

Un unnig Rehns ihrem Acker her,
Do fiel wie dud he off thi Eer.
Un wie e wirrer zou sich kom
Do woorn die Baa em grod wie lohm.

Die Leut, die hun en haamgelaat
Do horre seiner Fraa gesaat:
„Gott Fraa was mir heut Nocht bassiert
De Spuck hot mich vom Suff kuriert!“

Ein anderes Gedicht über das Dorf Sichelbach lautet:

In meiner Heimat geht eine Sage
Vom Dorf, das Sichelbach genannt,
Das schon vor Tausenden von Jahren
Bis auf den Boden abgebrannt.

Großvater zeigte mir die Stelle,
Wo es gestanden haben soll,
Nicht weit von eines Bächleins Quelle
Komm mit! Ich kenn den Berghang wohl.

Doch wie man sucht und lauscht
Man findet nimmer eine Spur
Rings heimlich hoher Buchenwald rauschet
Und leis das Bächlein plätschert nur.

Sonst herrscht am Tage tiefes Schweigen
Und nichts Lebendges regt sich hier
Kein Vogel singt in den Gezweigen
Ein unheimlich und tot Revier.

Doch nachts um 12 hört man ein Stöhnen
Dumpf, qualvoll wie aus tiefem Grab
Und dann ein fernes Hufschlagdröhnen
Schallt schaurig durch die Schlucht hinab.

Und nach des Baches Sichelwendung
Schnell wieder aufwärts geht der Trab.
Hoch von der Quelle bis hinab zur Mündung
Und wieder auf und ab.

So geht’s die ganze Geisterstunde
Dann noch ein schauerlicher Schrei
Und stille wird’s in weiter Runde
Der Spuck ist nun für heut vorbei.

Auf seinem Esel muß hier traben
Allmählich bis zum jüngsten Tag
Der Frevler, der vor vielen Jahren
In Brand gesteckt Dorf Sichelbach.

Digitalisierungsauswirkungen auf die Arbeitswelt und die Nutzung von IT-Hilfsmitteln zur Kompensation von Corona-Pandemie-Einschränkungen

v.01.04
Günther Wiehlmann
23.11.2021
© 2021 Günther Wiehlmann

Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt

Der technische Fortschritt ermöglich es, für manche Typen der Leistungserbringung zwischen Büro- und Heimarbeitsplatz zu wählen. Einige Lehr-, Lern-, Beratungs-, Projekt- und Verkaufstätigkeiten erfordern persönliche Präsenz ; andere Leistungen machen sie nicht zwingend nötig. Der Leistungsempfänger trifft letztlich die Entscheidung.

Aufgrund aktueller Corona-Pandemie-Beschränkungen wurden viele Organisationen gezwungen, vermehrt auf die Erbringung von Arbeitsleistungen von daheim zu setzen. Fall noch nicht vorhanden müssen dazu adäquate technische Infrastrukturen aufgebaut werden. Um die Umwelt zu schonen wird schon seit langem gefordert, auf Reisen zu verzichten.

Die Corona-Krise ist nur ein Auslöser, über eine effizientere Nutzung neuer Medien nachzudenken und erste Schritte zu unternehmen. Die hauptsächlich von der Wirtschaft geforderte Verbesserung der datennetztechnischen Anbindung wird von den meisten Mitbürgern befürwortet. Jeder Einzelne muss dafür einen Preis bezahlen:
persönliches Umdenken, Veränderung lieb gewordener historisch gewachsener und erlernter Vorgehensweisen und die schnelle Anpassung an neue Möglichkeiten.

Gruppentreffen mit Präsenzpflicht sind in vielen Fällen nicht notwendig und nicht sinnvoll, die Organisation und Schaffung des Umfeldes ist für Veranstalter zeitintensiv, der mit Anreisen verbundene Zeit- und Kostenaufwand kann häufig eingespart werden.
Möchte man die vorhandenen technischen Hilfsmittel nutzen, muss man seine alten  Kommunikationstechniken anpassen bzw. sich neue aneignen.

Es erstaunt, wie viele ältere Mitbürger bereits heute neue über das Internet zur Verfügung gestellte Kommunikationswege nutzen, um Bankgeschäfte und elektronische Einkäufe zu tätigen und zur Wissenserweiterung Internetportale zu Recherchezwecken nutzen.
Auf der anderen Seite ist festzustellen, dass sich viele Mitbürger sträuben, die neuen Medien wie Mobiltelefon, Tablet, PC und Internet zu nutzen und in ihr Leben zu integrieren.

Warum das so ist, erschließt sich nur schwer: Jeder fordert lauthals Digitalisierung, sprich die Nutzung der neuen Möglichkeiten, lehnt sie aber ab, wenn man sein Verhalten an die Nutzung digitaler Möglichkeiten anpassen und dazu alte Gewohnheiten aufgeben muss.

Natürlich ist es für Nachrichtenempfänger bequem, per Brief oder per Anruf zu etwas eingeladen zu werden. Das gibt jedem bei drohenden Veränderungen viel Vorlauf und Zeit zur Entscheidung. Auf der anderen Seite ist der  Zeitaufwand für den Einladenden hoch, die Zustellungskosten bzw. der Zustellungsaufwand für einen Brief erheblich.
Der Zeitaufwand für den Eingeladenen bleibt minimal, eine Bestätigung oder Absage kostet den Eingeladenen nur ein Telefonat. Die Rückfragepflicht und Protokollierungsaufwand für das Ergebnis bleibt immer beim Einladenden, der mit seiner Einladung etwas erreichen will.

Bewertung Vor- und Nachteile Büro-/ Home Office-Arbeit

Kurzbeschreibung der persönlichen Arbeitssituation

Bis vor einiger Zeit war ich bei einem großen amerikanischen IT-Unternehmen als Außendienstler  im Bereich technisches Projektmanagement tätig. Im Laufe der Jahre nahm das Unternehmen weltweit Veränderungen im Arbeitsplatzbereich vor, um den sich mit dem technischen Fortschritt bietenden Möglichkeiten Rechnung zu tragen und Kosten einzusparen.

Vor dem Hintergrund persönlicher in den letzten 15 Jahre gemachter Erfahrungen versuche ich,  Vor- und Nachteile von Büro- und Home Office-Arbeitsplätzen aus der Sicht eines Außendienstmitarbeiters zu beurteilen, der zirka 60% seiner Projektarbeitszeit vor Ort beim Kunden und 20% zu Projektabstimmungs- und -dokumentationstätigkeiten am Home Office-Arbeitsplatz verbringt. Ich persönlich verbrachte die verbleibenden 20% im Unternehmensstandort/ Kundenprojektbüro, um mit dem Kollegenteam in Kontakt zu bleiben. Dort wurden ähnliche Arbeiten wie im Home Office durchgeführt, aber zusätzlich die am Unternehmensstandort/ Kundenprojektbüro verfügbare Ressourcen genutzt. In abgewandelter Form sind diese Erfahrungen auch für Mitarbeiter gültig, die nicht vor Ort beim Kunden arbeiten und keine Zeit für Reisen einbeziehen müssen. 

Für alle halte ich die Büropräsenzzeit im Teamkreis für absolut notwendig. Trotz sehr guter technischen Ausstattung durch den Arbeitgeber habe ich daher immer versucht, mindestens einen Tag pro Woche im Firmenbüro bzw. bei Langzeitprojekten im Projektbüro mit den Teammitgliedern zu verbringen, um die persönlichen Bindungen zu den Teammitgliedern zu erhalten und zu verbessern. Diese Zeitinvestition ist wichtig und zahlt sich meiner Meinung nach für jeden langfristig aus.

Veränderungen der persönlichen Arbeitssituation über die Zeit

Physische Ausstattung

Meine Tätigkeit in dem Unternehmen begann in den 80er Jahren. Zu dieser Zeit stellte der Arbeitgeber fest zugeordnete Arbeitsplätze mit Unix Workstations für technische Spezialisten und Computerterminals für Mitarbeiter mit eher administrativen Tätigkeiten in Großraumbüros zur Verfügung. In den 90er Jahren wurden alle Außendienstmitarbeiter mit mobilen Microsoft Windows Workstations (Laptops) ausgestattet, die im Innendienst Tätigen bekamen in einem ersten Schritt Microsoft Windows PCs. Wenig später bekamen auch diese Mitarbeiter Laptops.

Für die mit mobilen Workstations ausgestatteten Mitarbeiter wurden am Arbeitsplatz stehende Unix Workstations überflüssig und wurden abgeschafft.

Für Außendienstler wurde ein Desk Sharing Konzept eingeführt, um den teuren Büroraum bestmöglich auszulasten. Bei dieser Organisationsform existieren innerhalb einer Organisationseinheit (Unternehmen, Hauptabteilung, Abteilung) weniger Arbeitsplätze als Mitarbeiter. Die Mitarbeiter können „ihren“ Arbeitsplatz täglich frei wählen. Sind die Schreibtische nicht mehr fest zugeordnet, muss der Arbeitsplatz am Tagesende leer hinterlassen werden (Clean-Desk-Policy). Das erzieht Mitarbeiter dazu, Arbeitsunterlagen und Dokumente in elektronischer Form abzulegen.

Alle Arbeitstische wurden aus ergonomischen Gründen mit Tastaturen, Mäusen und Bildschirmen ausgestattet, die permanent am Arbeitsplatz verblieben. Die Festnetztelefone wurden so konfiguriert, dass sie das Freischalten des persönlichen Firmentelefonanschlusses an jedem Büroarbeitstisch im Büro ermöglichten.

Für persönliche Unterlagen wurden zunächst persönliche Rollcontainer bereitgestellt, die bei Abwesenheit an zentraler Stelle geparkt wurden. Diese Container wurden später durch in Arbeitsplatznähe stehende verschließbare Schränke abgelöst, die allerdings nur von wenigen Außendienstmitarbeitern genutzt wurden, da man vom Personal Computer auf alle Dokumente zugreifen konnte und bei Bedarf Handexemplare ausdruckte und in seine Tasche steckte.

Mit Einführung des Desk Sharing Konzeptes hat fast jeder Außendienstmitarbeiter begonnen, sich ein Home Office mit LAN Anschluss, Monitor, Tastatur, Maus und Drucker einzurichten. Vor dort und von unterwegs kann man ebenso wie auf Reisen auf das Firmennetzwerk mit all seinen Ressourcen zugreifen, da die Laptops mit Netzwerkschnittstellen und vom Unternehmen kontrollierter Verschlüsselungstechnik ausgestattet wurden.

Applikationsausstattung

Aus Gründen der Interoperabilität hat das Unternehmen Standards für den Einsatz von Office Software, Projektmanagementsoftware, Terminalemulatoren festgelegt. Alle für die Durchführung der Arbeit notwendigen Applikationen werden durch ein firmeninternes Portal angeboten, über das die Mitarbeiter ihre Applikationen frei wählen und installieren können. Auf allen Laptops läuft unternehmensweit einheitlich ein Virenscanner.

Die persönlichen Laptops ermöglichen zusätzlich die Installation nicht im Firmenportfolio vorhandener Applikationen. Dieses ist besonders für technische Spezialisten zwingend notwendig. Für die Unterstützung der Standardsoftware (und Hardware) steht allen Mitarbeitern ein firmeninterner Helpdesk zur Verfügung. Da das Unternehmen weltweit tätig ist, steht diese Funktion 24*7 in englischer Sprache zur Verfügung.

Instant Messaging Funktion:

Mit den Kolleginnen/ Kollegen ist man über Jabber/ Skype verbunden und kann sich ad hoc abstimmen.
Instant Messenger Dienste sind vergleichbar mit Telefonaten: Eine minimal zeitversetzte  Interaktion mit dem Gegenüber ist dabei gewünscht. Sie dient zur unverbindlichen Abklärung von Fragen und werden nicht dokumentiert (obwohl es technisch möglich wäre).

Terminplanungsfunktion:

In dem Unternehmen wird die Microsoft Office Suite und Outlook eingesetzt. Für Terminvereinbarungen mit Kunden und Kollegen wird daher Outlook verwendet.

eMail Funktion:

Elektronische Post (eMail) dient einem ähnlichen Zweck wie Briefpost: Wichtige Nachrichten werden ausgetauscht, die eine zeitversetzte Bearbeitung durch den Empfänger erlauben. Die Dokumentation erfolgt automatisch.
Als eMail-System wird hauptsächlich Microsoft Exchange eingesetzt, allerdings verfügt das Unternehmen auch über eine Verbindung zu sendmail-Systemen, um die direkte Kommunikation von und zu Un*x Systemen zu unterstützen.

Groupware Funktion:

Um die Zusammenarbeit von Gruppenmitgliedern zu ermöglichen, wurden Microsoft-basierende File Sharing Systeme auf Unternehmensservern eingeführt. Arbeitsgruppen können eigene Shares bedarfsgerecht einrichten und verwalten.
Mit der Einführung von Groupware wurde die die effiziente gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten möglich, alle auf dem Laptop erarbeitete Daten werden zentral von der Unternehmens-IT gespeichert.

Videokonferenz- und Videoschulungswerkzeuge:

Die unternehmenseigene Video-Applikation wurde ursprünglich für Kundenschulungen entwickelt und wird auch noch dafür genutzt. Dieses Werkzeug steht auch den Projektgruppen und ihren Kunden zur Verfügung. Es läuft mit sehr niedrigem Bandbreitenbedarf, um eine Nutzung auch von unterwegs und im Homeoffice zu ermöglichen. Man muss dabei bedenken, dass an manchen Kundenstandorten nur sehr geringe Bandbreiten zur Verfügung stehen.

Seit dem Jahr 2000 wurden in dem Technologieunternehmen technische Schulungen hauptsächlich übers Web interaktiv angeboten, um Reisezeiten für Schüler und Schulende zu den Schulungsorten zu sparen.

Den technischen Instruktoren werden Schulungen angeboten, bei denen sie lernen können, wie sie sie das elektronische Schulungssystem technisch und didaktisch optimal einsetzen können.

Abschließende Bewertung
Büroarbeit/ Home Office Arbeit

Für Arbeiten im technischen oder Projektmanagementbereich ist das Home Office ideal geeignet, wenn man dokumentiert, programmiert, Videokonferenzen mit kleinen Gruppen durchführt, an (technischen) Schulungen teilnimmt oder diese als Referent veranstaltet. 
Schlechter geeignet ist die Heimarbeit in großen Projekten, wo es auf die sofortige Interaktion mit anderen Projektmitgliedern ankommt oder wenn man in einer Gruppe gemeinsam an großen zeitkritischen Ausschreibungen teilnimmt.

Ist man am Bürostandort Teil eines Teams, unterstützt häufiger persönlicher Face-2-Face Kontakt die Teamarbeit und das Zusammengehörigkeitsgefühl. Dasselbe gilt, wenn man Teil eines länderübergreifenden Projektteams ist. Im umfangreichen Projekten ist oft das Projektteam wichtiger als das lokale Team am Standort. Die Arbeitsweise ändert sich dann und man muss die persönliche Anwesenheitszeit in beiden Teams so einteilen, dass man nach Durchführung des Projektes vom lokalen Team wieder aufgefangen wird und die Zeit bis zum nächsten großen Projekt überbrücken kann.
Bereitstellung und Nutzung von technischen Hilfsmitteln erleichtert in jedem Fall die Zusammenarbeit über Standortgrenzen hinweg. Die Arbeitsqualität sich kurzzeitig bildender virtueller Teams erreicht aber in den meisten Fällen nicht die der Standortteams oder langfristig zusammenarbeitender Projektgruppen, bei denen sich die Mitarbeiter seit langem kennen und sich einschätzen können.
Bei dieser Art der Zusammenarbeit kommt es meiner Meinung nach sehr auf die eigene Teamfähigkeit und Persönlichkeit sowie die eigene Kommunikationsfähigkeit und die der einzelnen Mitglieder an.

Nutzung von IT-Hilfsmitteln
zur Kompensation von Corona-Pandemie
Einschränkungen

Raus aus der Komfortzone …

Die uns allen auferlegten Corona-Pandemie-Beschränkungen sind ein guter Anlass, persönliche Kommunikationsverhaltensweisen zu ändern, um sich dadurch ergebende Einschränkungen zu vermindern. Lasst uns das Beste aus der Situation machen.

Bei Vorhandensein einer entsprechenden technischen Ausstattung kann jeder eMail und Internet-Webseiten nutzen, ohne ein EDV-Spezialist zu sein. Voraussetzung dafür sind lediglich der Besitz eines modernen Mobiltelefons, Tablets oder eines Personal Computers und ein Internetanschluss.

Dann fehlt nur noch der Wille und ein wenig technische Anleitung, die ich bei Interesse gerne gebe.

Nutzung von Elektronischer Post (eMail)

Elektronische Post (eMail) dient einem ähnlichen Zweck wie Briefpost: Wichtige Nachrichten werden ausgetauscht, die eine zeitversetzte Bearbeitung durch den Empfänger erlauben. Die Dokumentation erfolgt automatisch.
Die Nutzung von eMail Botschaften ist billiger, schneller und weniger aufwändig (reine Schreibzeit) als eins-zu-eins Telefonate (Zeit pro Telefonat) oder Briefpost (0,80€ Porto, Umschlag, Tinte, Papier, Zeit).

Es ist selbsterklärend, dass man spezielle Empfängergruppen (einige sehr wenige Empfänger) auch weiterhin zeitaufwändig über Telefonate und Briefen mit Informationen versorgen muss, damit sie am Gemeinschaftsleben teilnehmen können.

Abstimmung von Sitzungs-/ Veranstaltungsterminen

Hierbei denke ich z.B. an lokale Mandatsträger, Vereinsvorstände usw. Es ist zeitaufwendig und mühsam, mit einem halben Dutzend Personen telefonisch oder per eMail einen Sitzungstermin abzustimmen. Dabei gehe ich davon aus, dass Sitzungsdetails per Papierkopie oder eMail verbreitet werden.
Nutzt man persönliche Einzelgespräche oder eMails bei der Bestimmung eines möglichen Termins, an dem beispielsweise 6 Personen teilnehmen müssen, so führt dieses zu einer großen Anzahl von 1:1 Interaktionen, wenn ein oder mehrere Teilnehmer unterschiedliche Termine präferieren. Elektronische Werkzeuge wie z.B. doodle.com (es gibt viele Alternativanbieter), die über Webbrowser bedient werden, können das viel besser. Sie senden ein eMail an die Eingeladenen, das einen Link auf die Veranstaltung enthält.

Die Empfänger des eMails können sehen, was die anderen gewählt haben. Klickt man den in dem eMail enthaltenen Link an, öffnet sich ein Webbrowser und man kann aus den Veranstaltungsalternativen wählen und zusagen/ absagen. Der Organisator bekommt dann einen Link mit dem jeweils geänderten Status geschickt und kann reagieren.

Grundsätzliche Abstimmungen über Handlungsalternativen

Soll z.B. ein Vereinsvorstand über Handlungsalternativen abstimmen, können diese Alternativen mit Auswahlknöpfen ausgestattet beispielsweise in einer doodle.com Message versandt werden. Auch hier können alle Vorstandmitglieder die Auswahl der anderen sehen und bereits bei der eigenen Auswahl reagieren. Das Ergebnis wird beim Anfragenden gesammelt und kann dann per eMail an alle verbreitet werden.

Audio-/ Videokonferenzen

Sind allen Mitglieder eines Gremiums (z.B. örtliche Mandatsträger, Vereinsvorstände, Arbeitsgruppenmitglieder) mit einem modernen Mobiltelefon, Tablet, PC (mit Mikrofon) und mit Internetanschluss ausgestattet, können Sitzungen als Video- und/ oder Audiokonferenz durchgeführt werden.

Voraussetzung: Mobiltelefon, Tablet sind über WLAN verbunden, PC ist mit einer Kamera, einem Mikrofon und einem Lautsprecher ausgestattet, was bei einem Laptop meistens der Fall ist. Für einen PC muss man sich ggf. eine Kamera mit Mikrofon kaufen und anschließen, einen Lautsprecher hat der PC meistens.

Ein sehr einfach zu nutzender Video-/ Audiodienst wird von www.senfcall.de angeboten. Wenn man den vom Konferenzorganisator per eMail übersandten Link aufruft, öffnet sich der Webbrowser und schon kann die Konferenz beginnen. Software wird auf dem genutzten Client-Gerät nicht installiert.

Reicht das Telefon als Konferenzmedium aus und nutzen die meisten Teilnehmer das Telefonfestnetz, bieten sich kostenfreie Dienste wie z.B. www.deutsche-telefonkonferenz.de an. In diesem Fall ist eine Rufnummer in Düsseldorf anzurufen.  Dieser Dienst finanziert sich durch eine einmalige Webeschleife zu Beginn der Konferenz.

Manch eine Sitzung in einem Sitzungslokal mit Präsenzpflicht kann so überflüssig werden.

Exkurs: Home Schooling

Eine noch so gute technische Ausstattung ersetzt nicht den Präsenzunterricht, bei dem sich Lehrer und Schüler durch Interaktion unter Nutzung aller Sinne ein umfassendes Bild voneinander machen können und der Lehrer seine didaktischen Fähigkeiten voll zur Geltung bringen kann.

Die Vergabe, Bearbeitung und Kontrolle von Hausaufgaben kann über in der Schule vorhandene Groupware, eMail und Video-Werkzeuge zwar unterstützt werden, fördert aber die Teamarbeit kaum und lässt ein Zusammengehörigkeitsgefühl der Klasse nicht richtig aufkommen.

Zudem muss der Lehrer sich noch Video-Schulungstechniken aneignen und befindet sich derzeit meiner Meinung nach zwangsläufig noch im steilen Bereich der Lernkurve.

Auch in der Schule bedeutet Digitalisierung nicht nur das Bereitstellen von Werkzeugen, sondern auch die Entwicklung von Softskills auf Seiten des Lehrer und der Schüler.

Günther Wiehlmann
13.5.2021, revidiert 23.11.2021

Doppelwehr Weilburg-Kirschhofen

Niedrige Wasserstände am Doppelwehr

v.01.03
Günther Wiehlmann
21.1.2022
© 2021 Heimat- und Wanderverein Kirschhofen e.V. (HuWV)

Inhaltsübersicht
1. Schilderung der Lage
2. Mögliche Ursachen des Mißstandes
3. Möglichkeiten zur Behebung
4. Anlagenbeschreibung
4.1 Schleusen-/ Wehranlage
4.2 Wasserkraftanlage
5. Lahnkonzept des WSA Koblenz

Schilderung der Lage

Das Lahn-Doppelwehr mit der daneben liegenden Schleuse gehört zu den Sehenswürdigkeiten Weilburg-Kirschhofens. Schleuse und Doppelwehr Kirschhofen liegen bei Lahnkilometer 45,54 unterhalb des Unterdorfs Kirschhofen und gehören zu den Sehenswürdigkeiten des Ortsteils.

Die Schleuse ist auf dem Landweg von Weilburg-Odersbach zugänglich, das Doppelwehr vom auf der Weilburg-Kirschhofen verlaufenden Leinpfad zu Fuß oder mit dem Fahrrad.


https://osm-nominatim.gs.mil/details.php?place_id=104444729
© http://www.openstreetmap.org

Von Anwohnern und Nutzern des Leinpfades wird beklagt, dass über die Wehre kein oder sehr wenig Wasser fließt. Die Folge ist, dass das zwischen und hinter den Wehren stehende Wasser kaum mit Sauerstoff durchsetzt wird, was zum einen unangenehm riecht, zum anderen den dort befindlichen Organismen die Lebensgrundlage raubt. Dem Ortsbeirat und dem FSV Oberlahn ist dieses seit langem bekannt.   

Ab dem 26.3.2017 wurde diese Tatsache vom Ortsbeirat mit WSA Koblenz, dem RP Gießen, dem Gewässerwart des FSV und dem Betreiber der WKA erörtert und es wurde um mehr Information gebeten.

Auskunft des RP Gießen: Die Firma Elikraft AG hat eine bis zum 31.12.2020 befristeten Bewilligung für die Entnahme von max. 38 m³/s Wasser aus dem Schleusenkanal. Über die Wehranlage ist ständig ein Abfluss von ca. 1 m³/s zu gewährleisten. Dabei sit berücksichtigt, dass die zwei Fischaufstiegsanlagen mit bis maximal 0,25m³/s Wasser beschickt werden.

Auskunft der Elikraft AB: Dass die Wehrüberflussmenge von 1 m³/s nicht unterschritten wird stellt eine Messung mit einer eigens dafür installierten Wasserstandssonde sicher, die sich an der Spitze der Schleuseninsel befindet. Nähere Angaben zum genauen Standort wurden aus Sicherheitsgründen nicht gemacht.

Das RP Gießen hat darum gebeten, entsprechende Wasserstände an der Wehrkrone zu fotografieren und die Fotos mit Aufnahmedatum und Uhrzeit an das RP Gießen zu schicken. Die eMail Adresse kann bei mir erfragt werden (Guenther.Wiehlmann@t-online.de).

Der Bürgermeister der Stadt Weilburg wurde im letzten Jahr vom Ortsbeirat Weilburg-Kirschhofen darüber informiert, dass das Abkommen mit dem Kraftwerksbetreiber zum 31.12.2020 ausläuft.

Mögliche Ursachen des Mißstandes

Wasserstand und Durchflussmenge der Lahn bestimmen sich aus Niederschlägen, Zuflüssen, Entnahmen, Versickerung und Wasserverdunstung. Die Pegelmeßstation für die Lahn befindet sich in Leun. Dort können die für Weilburg geltenden Wasserstände abgerufen werden.

Zwischen Leun und der Schleuse Kirschhofen liegen die Schleusen Löhnberg und Weilburg. Die Schleusenanlage Löhnberg besteht ähnlich wie Kirschhofen aus einer Wehr- und einer Schleusenanlage. In Weilburg umfließt die Lahn den Stadtkern über 2 Wehre, eines an der steinernen Brücke, an der sich auch mit der Brückenmühle ein Wasserkraftwerk befindet. Das zweite Wehr befindet sich an der Kirchhofesmühle, dem zweiten Wasserkraftwerk in Weilburg.

Vereinfachend kann man sagen, dass für alle betrachteten Schleusen-, Wehr- und Kraftwerksanlagen gilt:
Die Menge des Oberwassers ist gleich der Menge des Unterwassers. Oder auch:
Alles, was nicht durch Schleuse oder Kraftwerk läuft, fließt über das Wehr.

Der Wasserverbrauch einer Schleusung ist im Vergleich zum Durchsatz eines Wasserkraftwerks gering. Etwaige Undichtigkeiten des Wehrs können für diese grobe Betrachtung vernachlässigt werden.

Hauptursache für den Wassermangel an der Wehrkrone scheint der vom Kraftwerksbetreiber gesteuerte Wasserdurchsatz der Turbinenanlagen zu sein. Die auf der Schleuseninsel installierte Pegelanlage sollte sicherstellen, dass bei niedrigerem Wasserstand am Wehr (weniger als 1 m³/s Überfluss am ersten Wehr) der Wasserdurchsatz der der Turbinenanlagen gedrosselt wird (Wassermengen laut Zitat Schreiben des RP Gießen vom 6.4.2017).

Ab 1.1.2021 sollte eine neue Wasserentnahmebestimmung gelten. Diese liegt aber mit heutigem Stand noch nicht vor.

Möglichkeiten zur Behebung

Bei pragmatischer Herangehensweise könnte man wie folgt vorgehen:

  1. Man installiert vor dem ersten Wehr permanent ein Pegelmessgerät.
    Der Betreiber der Wassermühle teile mit, dass er bereits ein solches Gerät habe.
  2. Man drosselt der Turbinen, bis die Wehrkrone der Vorgabe entsprechend überflutet wird und notiert entsprechende Pegelstände.
  3. Man steuert den Turbinendurchsatz durch Verwendung dieser Soll-Pegelstände. Eine programmatische Kopplung mit dem Pegelmeßgerät sollte beim heutigem Stand der Prozeßrechnertechnik sehr kostengünstig möglich sein.
  4. Aus Gründen der Transparenz veröffentlicht man den Pegelstand fortlaufend im Internet, was ebenfalls kostengünstig möglich ist.

Anlagenbeschreibung

Schleusen-/ Wehranlage

Die Schleuse wird durch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Koblenz, Außenbezirk Wetzlar, verwaltet und steht unter Denkmalschutz.

Zum Schleusenkomplex zählen die Kammerschleuse, der Schleusenkanal, ein Schleusenwärterhaus mit Nebengebäude und zwei Lahnwehre.

Staustufe Kirschhofen, Quelle: WSA Koblenz
von links nach rechts: Schleusenwärterhaus, Schleusenkammer, Wasserkraftanlage
ganz rechts hinten Doppelwehr und Gleise der Lahntalbahn
Ansicht in Richtung Nord

Die Schleuse und das Doppelwehr Kirschhofen wurden in einem Bereich gebaut, in dem die Lahn aufgrund ihres Gefälles in der Vergangenheit besonders schwer schiffbar war. Die Bauwerke sollen den Fluss lückenlos mit Schiffen befahrbar machen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Lahnschleusen wurden sie damit nicht erbaut, um bestehende Mühlwehre für Schiffe passierbar zu machen.

Die heutige Kammerschleuse und die Wehre wurden in den Jahren 1856 bis 1859 erbaut. Die Schleuse ist 34 Meter lang, 5,34 Meter breit und besitzt eine Fläche von circa 200 Quadratmetern. Das Lahngefälle beträgt an dieser Stelle 3,54 Meter. Anders als andere Lahnschleusen, beispielsweise in Limburg oder Runkel, besaß die heutige Schleuse keinen Vorgängerbau.

Der Schleusenkanal entstand im Zuge des Baus der Schleuse Kirschhofen. Durch seinen Bau entstand die Schleuseninsel, die zuvor Teil des Festlandes war. Das westliche Ufer der Schleuseninsel, sowie das gegenüberliegende Ufer des Festlandes, bilden den Kanal.

Dieser Kanal erfuhr seit 1987 entschiedene Änderungen. Im Bereich vor der Schleusenkammer wurde er stark in Richtung Osten verbreitert, indem ein Teil der Schleuseninsel entfernt wurde. Die entfernte Fläche betrug circa 0,23 Hektar. Durch diese Maßnahme wurde ein Zulauf für das neu erbaute Wasserkraftwerk Kirschhofen errichtet, das somit über den Schleusenkanal mit Wasser versorgt wird.

Zur Schleuse Kirschhofen gehört ein Schleusenwärterhaus. Dieses Gebäude wurde mit dem Bau der Schleuse zwischen 1856 bis 1859 errichtet. Das eingeschossige Haus besitzt Wände in Massivbauweise und einen Keller. Des Weiteren zeichnet es sich durch ein Satteldach mit Schieferdeckung aus. Es hat einen Erker, wie auch viele andere Schleusenwärterhäuser an der Lahn. Dieser Erker ermöglichte dem Schleusenwärter freie Sicht auf die Wasserstraße.

Das Gebäude steht nicht auf der Schleuseninsel, sondern auf dem Festland, in der Straße „Schleuse“. Direkt an das Schleusenwärterhaus angrenzend befindet sich ein kleineres Nebengebäude, welches zwischen 1868 und 1905 errichtet wurde. Dieses steht, wie das Hauptgebäude, ebenfalls unter Denkmalschutz.

Das Schleusenwärterhaus befindet sich heute in gutem baulichem Zustand. Es dient privaten Zwecken, ein Schleusenwärter ist nicht mehr anwesend.

Quelle:    „Schleuse Kirschhofen bei Weilburg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital.
URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-265497
(Abgerufen: 4. April 2021)

Wasserkraftanlage

Die Beschreibung der Wasserkraftanlage ist dem Dokument des Wasser- und Schifffahrtsamt Koblenz (WSV) vom Februar 2019
„Living Lahn (LiLa), Anlage 17“ entnommen..

Eigentümer und Betreiber der Wasserkraftanlage Kirschhofen ist die ELIKRAFT AG. Die Anlage wurde am 5.4.1990 erbaut/ umgebaut. Das Wasserrecht besteht seit dem 5.4.1990 und war bis zum 31.12.20 befristet.

Die WKA verfügt über einen Ausbauabfluss von 38 m³/s und eine Ausbauleistung von 1.084kW. Eingebaut sind 2 Kaplanturbinen.

Luftbild Staustufe Kirschhofen, Quelle Luftbilder: Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

Eigentümer/Betreiber: ELIKRAFT AG
Baujahr (und ggf. Umbaumaßnahmen): 05.04.1990
Ausbauabfluss: 38,0 m³/s
Ausbauleistung: 1.084 kW
Anzahl der Turbinen: 2
Turbinentyp: Kaplan
Wasserrecht besteht seit: 05.04.1990
Altrecht (ja/nein): nein
Befristung: 31.12.2020

Mit dem Bau der WKA wurde laut RP eine vorher nicht vorhandene Fischaufstiegsanlage installiert, die zu einem späteren Zeitpunkt durch eine zweite ergänzt wurde. Die Fischaufstiegsanlage wird jederzeit mit 0,25 m³/s Fliesswasser versorgt.

Lahnkonzept des WSA Koblenz

Zu guter Letzt sei noch eine weitere Quelle erwähnt, in der wichtige Gedanken zum weiteren Betrieb der Bundeswasserstraße Lahn zusammengefasst wurden und das für Anwohner, Wassersportler, Sportfischer, Wanderer zur Lektüre empfohlen wird.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt Koblenz (WSA) hat ein Lahnkonzept entwickelt, das Entscheidungsfindung für die zukünftige Nutzung und Unterhaltung der Bundeswasserstraße Lahn auf einer Länge von ca. 149 km vom Badenburger Wehr bei Gießen (km – 11,075) bis zur Mündung in den Rhein bei Lahnstein (km 137,300) dienen soll.

Derzeit werden die Lahnufer, Schleusenanlagen und der Leinpfad vom WSA gepflegt. Bereits seit 1981 wird die Lahn nicht mehr für den Güterverkehr genutzt. Details sind an folgender Stelle nachzulesen:

https://www.lila-livinglahn.de

Im Februar 2019 wurde als Teil des Konzeptes Anlage 17: Staustufe Kirschhofen veröffentlicht.

Aktion „Saubere Landschaft“ des HuWV Kirschhofen: 27.03.2021

Frühjahrsputz in der Gemarkung Weilburg-Kirschhofen 27.3.2021

v.01.03
Günther Wiehlmann
(c) 2021 Heimat- und Wanderverein Kirschhofen e.V. (HuWV)

Am 27. März 2021 um 10:00 Uhr nahm die diesjährige Naturreinigungsaktion „Saubere Landschaft“ („Schönes Kirschhofen“), organisiert vom Heimat- und Wanderverein (HuWV), am Dorfplatz ihren Anfang. Wie jedes Jahr wurden vor Beginn der Brutsaison Wege, Straßengräben, Wald und Felder der Ortsumgebung (Altgemarkung Kirschhofen) von Unrat befreit und so die Wanderinfrastruktur Kirschhofens für die neue Saison vorbereitet.

Sammeln zum Abmarsch am Dorfplatz

Die Aktion wurde Corona-verordnungskonform durchgeführt und endete  gegen 12 Uhr an der Schutzhütte im „Neuen Land“. Dort wurden die gefüllten Müllsäcke verladen und zu einem vom Bauhof der Stadt Weilburg auf dem Dorfplatz bereitgestellten Anhänger zur endgültigen Entsorgung gebracht.

An dieser Stelle vielen Dank an die Stadtverwaltung, Herrn Burger und Herrn Vleugel und ihre Mitarbeiter für die gute Zusammenarbeit.

Das Weilburger Tageblatt hatte auf die Aktion am 25.3.2021 durch eine Pressemitteilung aufmerksam gemacht. Gemeldet wurde die Veranstaltung Anfang der Woche per eMail an die lokalredaktion-oberlahn@vrm.de. Bitte nutzt diese eMail Adresse auch für andere Ankündigungen von Dorfaktivitäten.  

Rüdiger Weil hat dem Müllsammelteam wieder unentgeltlich Getränke zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

An der Aktion haben sich trotz zum Teil sehr schlechten Wetters (3° C am Dorfplatz, Regen, Hagel, Schnee und zwischendurch ein bisschen Sonne) 13 engagierte Mitbürger beteiligt, die einen ordentlichen Berg Abfälle zusammengetragen haben. Unterstützung bekamen wir vom TuS Kirschhofen und Helfern, die sich auf privater Ebene beteiligt haben. Herzlichen Dank an alle Beteiligten.

Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr konnten sich aufgrund der für sie geltenden besonderen Corona-Vorschriften nicht beteiligen, auch die anderen Ortsvereine fanden keine Zeit mitzumachen.

Trotz mittlerweile an vielen Stellen des Ortes vorhandener regelmäßig vom Stadtbauhof geleerter Hundekotstationen wurden einige in die Straßengräben geworfene Kotbeutel gefunden und entsorgt. An vielen Stellen liegen direkt neben den Wegen große Hundekothaufen, die es eigentlich nicht geben sollte. Manchmal würde Nachdenken der Hundehalter der Umwelt helfen und den Spaziergängern sauberere Wege bieten.

In den Straßengräben wurden wieder wie jedes Jahr viele leere Schnapsflaschen besonders an der Kreisstraße nach Gräveneck eingesammelt.

Heinz-Günther und Georg an der Kreisstraße, Peter war auch beteiligt, ist aber nicht im Bild

An einigen der vom HuWV aufgestellten Bänke lagen massenhaft Zigarettenkippen, deren Filter bekanntlicherweise nicht mehr verrotten und daher eingesammelt werden müssen. Von manchen Bänken oberhalb des Ortes hat man eine besonders schöne Aussicht. Entsprechend häufig werden sie genutzt und findet zusätzlich Verpackungsmaterialien von Süßigkeiten, Bonbonpapier, leere Getränkeflaschen und -dosen. Dabei stehen neben vielen der Bänke Müllbehälter, die regelmäßig geleert werden. Am Vernünftigsten wäre es, seinen eigenen Müll wieder mit nach Hause zu nehmen, die Müllsammler zu entlasten und so den Platz sauber für den nächsten Wanderer hinterlassen.

Margit und Dieter haben die Schutzhütte am „Neuen Land“ vor dem Abschlusstreffen gereinigt und auf Vordermann gebracht. Wie man auf den letzten an der Schutzhütte aufgenommenen Bildern erkennen kann, war es „lausekalt“. Da kam die leckere heiße Wurst gerade recht zum Aufwärmen.

Margit und Meike in der Schutzhütte

Die Reinigung der Umgebung des Leinpfades musste in diesem Jahr aufgrund personeller Engpässe ein wenig vernachlässigt werden. Der TuS Kirschhofen kann nicht allein für die Sauberkeit im Bereich des Sportplatzes und des Kirschhöfer Kies sorgen und braucht die Hilfe aller Ortsbewohner. Bislang hat der Angelverein nach den Winterhochwassern Plastikfetzen aus dem Uferbewuchs gesammelt. Dazu ist er in diesem Jahr scheinbar noch nicht gekommen, es steht uns allen aber frei, dieses zu unterstützen.

Dietmar und Olli

Am Leinpfad unterhalb der Wilmersau wurde eine Ruhebank vom Hochwasser unterspült. Dieter und Günther werden in Kürze den weggespülten Boden unter der Bank mit von der Stadtverwaltung bereitgestelltem mit Magerbeton gemischtem Split ersetzen und so die Ruhebank wieder stabilisieren, damit sie uns auch für die nächsten Jahre erhalten bleibt. 

Die Aktion „Saubere Landschaft“ dient allen Bewohnern, die im Ort und drum herum eine müllfreie Umgebung haben und ihre Spaziergänge genießen wollen. Im nächsten Jahr würde sich der HuWV über eine größere Beteiligung sehr freuen. Über eine saubere Umwelt und eventuell zu treffende Maßnahmen zu reden ist leicht, sie im täglichen Leben sauber zu halten oder zumindest wieder sauberer zu machen ist absolut notwendig.

Margit und Dieter

Bitte laßt uns nicht vergessen: Der gestern beseitigte Unrat stammt sehr wahrscheinlich nicht von Lahntouristen, sondern von in unmittelbarer Nähe wohnenden Mitbürgern und die Kreisstraße nutzenden Berufspendlern. 

Natürlich verhalten sich die das Lahntal und die Kirschhöfer Umgebung in der warmen Jahreszeit besuchenden Lahntouristen recht ähnlich und werden wieder einigen Müll hinterlassen. Wir Anwohner müssen daher dafür sorgen, dass unsere Umgebung so sauber und sehenswert bleibt wie sie ist. Jede freiwillige für Ordnung sorgende Hand ist daher dringend notwendig.

Matthias, Malte und Luis nach getaner Arbeit. Ihr Müllsack steht am Spielplatz zur Abholung bereit.

Wir gehen davon aus, dass uns Corona und die für die Eindämmung geltenden Maßnahmen noch für eine geraume Weile begleiten werden. Bei der Ausrichtung von Veranstaltungen wird der HuWV sich konzeptionell darauf einstellen und entsprechend anpassen.

Gruß
und bleibt schön gesund,

Günther Wiehlmann für den HuWV

Absturz eines RAF Bombers in der Kirschhöfer Gemarkung

v.01.02
2.4.2021
Günther Wiehlmann
Heimat- und Wanderverein Kirschhofen e.V. (HuWV)

Berichten zufolge ist in der Nacht vom 24. zum 25. Februar 1944 ein Britischer Bomber in der Gemarkung Kirschhofen abgestürzt. Menschenleben waren dabei nicht zu beklagen.

Bei Recherchearbeiten zu Bombenangriffen auf Schweinfurt im 2. Weltkrieg ist Norbert Vollmann (NorbertVollmann@t-online.de) 2020 im Internet per Zufall auf meinen Namen gestoßen und hat mich um Details zu einem Absturz eines Bombenflugzeugs gebeten, der in Ortsnähe stattgefunden hat. Ich bin der Meinung, dass die von Herrn Vollmann zusammengetragenen Informationen Ortsansässige interessieren könnte und sie u.U. sogar Daten dazu beitragen können.

Absturzstelle des Flugzeugs

Unfallhergang

Am 24./25. Februar 1944 führten alliierte Kampfflugzeugverbände einen Dreifachangriff (Triple-Strike) auf Schweinfurt, einem Zentrum der Rüstungsindustrie durch. Am Nachmittag fing die US-Luftwaffe an. In der Nacht folgten innerhalb von zwei Stunden zwei weitere Angriffswellen des RAF Bomber Commands:
Das erste Mal gegen 23 Uhr und dann nochmals um 1 Uhr, als alles in Schweinfurt noch am Löschen, Bergen und Aufräumen war. Die in Kirschhofen abgestürzte HX269 war Teil der ersten Welle der Briten.

Details zu den Angriffen der RAF:
[Quelle: http://www.fredtrendle.de/images/pdf/Buchauszug-Februar-1944-Nacht.pdf
© 2020 Fred Trendle https://www.FredTrendle.de%5D

554 Lancaster, 169 Halifax und 11 Mosquitos, zusammen 734 Kampfflugzeuge, bombardieren die Stadt Schweinfurt in Bayern. Zum ersten Mal wendet „Bomber Command“ eine neue Taktik an:
392 Flugzeuge starten in einer ersten Angriffswelle, die zweite Welle mit 342 Bombern greift 2 Stunden später an. Beide Angriffsformationen zusammen verlieren 33 Flugzeuge.

Details zum in Kirschhofen abgestürzten Flugzeug
433. Sqn. (RCAF) / Handley Page Halifax Mk. III / # HX269 / Operation Schweinfurt / [wurde] im Raum Frankfurt von Scheinwerfern (Scheinwerfer-Regt. 119) erfasst – Beschuss durch Flakgruppe Frankfurt / Absturz nahe Kirschhofen, südwestlich Weilburg (Hessen) – Deutschland /
[Kommandant] Flight Sergeant Fielding / 7 Fallschirmabsprung – KG

[Quelle: Norbert Vollmann]
Die HX269 war Teil der 433 (B) Squadron, Royal Canadian Airforce in Skipton-on-Swale, Yorkshire, Nordengland. Das Flugzeugkennzeichen war „BM*J”. Diese Maschine kam vom Angriff auf Schweinfurt am 24./ 25. Februar 1945 nicht zu ihrer Basis zurück. Die gesamte Mannschaft kam in Kriegsgefangenschaft.

[Quelle: Norbert Vollmann; aus kanadischen Quellen zusammengetragen]
Es muss chaotisch an Bord zugegangen sein. Aus nicht näher genannten Gründen war die Crew viel zu spät nach Schweinfurt unterwegs und tuckerte als Einzelflieger umher. Deshalb entschied man noch vor Schweinfurt, die Bomben einfach irgendwo abzuwerfen und „versuchte“ den heimwärts fliegenden Bomberstrom zu finden, um in dessen Schutz nach England zurückzukehren.

Nachdem man wohl um den Kurs gestritten hatte, setzte man Kurs Frankfurt am Main, das man erst dann fand, als man angeblich von einer Suchscheinwerferbatterie erfasst worden sein soll und der man nicht mehr entkam.

Der Pilot ging in den Sturzflug und fing den Bomber wieder ab, wurde aber nach seiner Aussage weiterhin angestrahlt. Nun schoss die Flak auf den Bomber. Das zweite Abtauchen soll der Halifax-Bomber mit Steuerungsausfall quittiert haben. Der Pilot konnte sie angeblich nicht mehr hochziehen oder halten, also gab er den Befehl zum Ausstieg. Seitens der Besatzung war es unklar, ob die Beschädigung durch den Flakbeschuss herrührte, man stieg einfach aus … irgendwo im Großraum Frankfurt.
Die Uhrzeit soll 21.25 Uhr gewesen sein, wobei die Maschine definitiv um 18.23 Uhr in England gestartet ist.

Es soll aber auch eine ungefähre Zeit von 23.25 Uhr irgendwo vermerkt sein.

Dann heißt es wieder (aus kanadischer Quelle), dass die HX269 um 23.03 Uhr von der Flak „Kirschhofen“ als beschossen und zum Absturz gebracht beansprucht wird.

Der Pilot sagt, er sei in Frankfurt festgenommen worden, ein anderes Besatzungsmitglied sagt, er sein in Wilhelmsberg oder Wilhelmsburg gefasst worden und ein dritter spricht von Limberg. Limberg könnte Limburg an der Lahn sein, Wilhelmsberg eventuell Weilburg oder Wilhelmsdorf

Demnach müsste die Maschine irgendwo nördlich von Frankfurt abgestürzt sein.

Offiziell heißt es:
[“Outbound at 20,000 feet near Frankfurt, became „coned“ by searchlights. Control was lost whilst taking severe evasive action. Crash-site not established.” Unten in freier Übersetzung:]

„Aus der Nähe von Frankfurt in 6100m Höhe abfliegend wurde das Flugzeug im Flak-Scheinwerferkegel gefangen. Bei schweren Ausweichmaßnahmen ging die Kontrolle über das Flugzeug verloren. Die Absturzstelle wurde nicht beschrieben”.

[Quelle: Jörg Helbig an NorbertVollmann@t-online.de]
Eine ganz vertrackte Geschichte, die einzelnen Besatzungsmitglieder schienen untereinander zerstritten zu sein. Bei ihren Aussagen gab es keinerlei Übereinstimmung zu den Sachverhalten [soweit Jörg Helbig sich erinnert].

Angaben zu den Orten, in denen einige der Besatzungsmitglieder gefasst wurden, hat Jörg Helbig von seiner Quelle [Richard] nicht bekommen. Den gesamten Umfang der Kriegsgefangenenprotokolle (POW Reports) hat er mir nicht durchgegeben.

Wie man sieht und soweit das drinsteht gab er nur an: „Flak Frankfurt/Main“ und „crashed in the vicinity of Frankfurt“, also gibt es keine expliziten Ortsangaben.

Die Angabe „Flak Kirschhofen“ ist nicht von Koval [vermutlich ein Autor von Drittliteratur], die fand sich auf der mir von Winfried Bock zugestellten Abschussliste des OKW/OKL [Oberkommando der Wehrmacht/ ~ der Luftwaffe]für diese Nacht. Die hierin benannten Flakabteilungen sind eindeutig Frankfurter Herkunft. Die kenne ich von anderen Raids [Überraschungsangriffen] her. Dazu kommt, dass es nur einen Flakclaim –Kirschhofen- gibt, der zu einem Absturz im Raum Frankfurt passt.

Also würde ich sagen, der Ort des Aufschlages ist bei Kirschhofen zu suchen, dort wurde sie „abgeschossen“. Wie weit die Halifax dann noch kam, ist unklar. Man bedenke dabei, alle Besatzungsmitglieder sprangen zwar ab, aber die Steuerung funktionierte nicht mehr –blockiert-, so dass theoretisch eine stabile Fluglage nur begrenzt hergestellt werden konnte. Und das auch nur solange, bis alle ausgestiegen waren. Dann ist die Maschine abgekippt und danach aufgeschlagen. Da sie „leer“ war, wird sie auch kaum einen Eindruck bei der ortsansässigen Bevölkerung hinterlassen haben. Detailinformation über solche Maschinen geht zumeist verloren.

Allerdings wurden Teile des Flugzeugs von der kirschhöfer Bevölkerung verwendet, um die in der Kriegs- und Nachkriegszeit herrschende Materialknappheit zu bekämpfen. So wurde ein Wrackteil als Boot verwendet und Teile der Flugzeugreifen als Schuhsohlen genutzt.

Besatzung

Halifax HX269  BM-M of 433 Squadron

F/S G. F. FieldingRCAF[8]PoWGefangen in Frankfurt/ Main
Sgt J. Cowen PoW 
Sgt J. J. MulvaneyRCAFPoW 
P/O I. S. J. B. ThomasRCAFPoW 
Sgt H. Whitt PoWGefangen in Limburg
Sgt J. D. McAnultyRCAFPoWGefangen in Wilhelmsburg
Sgt E. J. Wood PoW 
Crewliste

RCAF=Royal Canadian Air Force
Limburg wurde als Limberg dokumentiert

Flugzeug und technische Daten

Halifax III HX269

Halifax III HX269
Technische Daten

© Heimat© Heimat- und Wanderverein Kirschhofen e.V. 2021
Günther Wiehlmann am 2.4.2021


Café Kirschhofen 2019/2020+

Veranstaltungskonzept

v.01.07 2021
Günther Wiehlmann
© DVK Günther Wiehlmann 13.3.2021

Erarbeitet und erprobt von
Margit Pfeffer (HuWV)
Petra Wiehlmann (HuWV)
Günther Wiehlmann (DVK + HuWV)

Terminwahl

Als Veranstaltungstag für das „Café Kirschhofen“ wurde die Mitte der Woche gewählt. Die Teilnehmer sind in der Regel im Rentenalter, haben häufig am Wochenende eigene Familientermine und oftmals in der Woche Zeit für derartige Veranstaltungen.

Bei der Terminplanung wird das alle zwei Wochen stattfindenden Treffen der Ev. Frauenhilfe Kirschhofen berücksichtigt, um nicht in unbeabsichtigte Konkurrenz zu treten. Das Veranstaltungs- und Freizeitangebot für die älteren Bürger in unserem Stadtteil soll durch das „Café Kirschhofen“ erweitert werden.

Ziel der Veranstaltung

Ursprünge

In der Kirschhöfer Ortsbeiratssitzung vom 31.3.2017 wurde festgestellt, dass im Stadtteil die Vereinsamung älterer Mitbewohner beobachtet werden kann. Zudem sind einige Mitbürger finanziell recht schlecht gestellt und können sich die Teilnahme an manchen Treffen nicht leisten. Man kam überein, dass man im Stadtteil dagegen vorgehen muss. Um diesem entgegenzuwirken sollte ein Treffen initiiert werden.

Zielgruppe

Initial wurde als einzuladender Personenkreis die Gruppe der über 60-jährigen festgelegt. Mittlerweile ist das Organisationsteam zu der Auffassung gekommen, dass der Besuch der Veranstaltung auch für Kirschhöfer Neubürger nützlich sein kann, um Kirschhöfer näher kennenzulernen und sich mit bereits länger Ortsansässigen zu vernetzen.

Zielgruppe sind alle Bürger des Stadtteils Weilburg-Kirschhofen, unabhängig von Alter, Konfession, Nationalität und Weltanschauung.

Es wird davon ausgegangen, dass viele der Teilnehmer weder an Ortsbeiratssitzungen teilnehmen oder noch fest in Ortsvereine integriert sind.

Die Teilnahme an der Veranstaltung darf nicht vom verfügbaren Einkommen abhängig sein, daher ist die Teilnahme kostenlos.

Name der Veranstaltung

Auf die Verwendung des Begriffs „Seniorenkaffee“ wird verzichtet, da viele Mitbürger nicht als Senior bezeichnet werden wollen. Noch während der OBR-Sitzung einigte man sich auf den neutralen Veranstaltungsnamen „Café Kirschhofen“, der auch jüngere Mitbürger ansprechen kann.

Ziele der Veranstaltung 

Ein Veranstaltungsziel ist es, die Zielgruppe allgemein und über Ortsbelange zu informieren, eine Infobörse zu veranstalten, Gespräche untereinander zu fördern.

Hauptzweck der Veranstaltung ist die Kommunikationsförderung untereinander. Um dieses zu unterstützen wird im „Café Kirschhofen“ wird kein Rahmenprogramm geboten.

Grundsätzlich soll das „Café Kirschhofen“ das Freizeitangebot in Weilburg-Kirschhofen erweitern und nicht in Konkurrenz zu anderen Stadtteil-Veranstaltungen treten.

Anwesend ist meist ein Vertreter des Kirschhöfer Ortsbeirates, der kurz über Neuigkeiten informiert und von den Teilnehmern vorgebrachte Probleme und Anregungen aufnimmt und gegebenenfalls an die richtigen Stellen wie zum Beispiel örtliche Vereine, den Ortsbeirat und die Stadtverwaltung weiterleitet.

Gäste, wie zum Beispiel Vertreter aus Stadtverwaltung, Kirchengemeinden und Bürger anderer Weilburger Stadtsteile sind im „Café Kirschhofen“ jederzeit willkommen.

Rahmenbedingungen

Räumlichkeiten

Als Veranstaltungsraum wurde der Vorraum/ Vereinsraum des DGH Weilburg-Kirschhofen gewählt, weil er zentral im Ort liegt und für Bewohner des Ober- und Unterdorfs gleichermaßen gut erreichbar ist.

Der Raum bietet Platz für maximal  50 Teilnehmer. Stattet man den Raum mit 6 quadratischen Tischen mit je 6 Stühlen aus, fördert das Unterhaltungen am Tisch und zwischen den Tischen. Aufgrund der Tischdekoration wirkt der Raum sogar gemütlich. Bei jedem bislang organisierten Treffen wurden 30 bis 45 Teilnehmer gezählt.

Einige der Teilnehmer sind leicht gehbehindert, nutzen einen Rollator und können die recht lange Treppe am Haupteingang nicht nutzen. Daher verwenden sie alternativ den mittlerweile gut beleuchteten Hintereingang des DGH.

Aus den Reihen der körperlich eingeschränkten Teilnehmer wurde die Bitte geäußert, im DGH eine behindertengerechte Toilette zu schaffen. Dieser Wunsch wird vom DVK unterstützt.

Ausstattung des Raumes

Es werden zu jedem Treffen Tische für Kaffee und Kuchen eingedeckt und der Jahreszeit entsprechend ansprechend dekoriert.

Kaffee, Kuchen und Mineralwasser sind für alle Teilnehmer kostenlos, denn die Veranstaltung soll auch Senioren mit niedrigem Einkommen eine Teilnahme ermöglichen.

Es existiert allerdings ein Sparschwein, in das jeder, der mag einen kleinen Obolus entrichten kann.

Getränke und Kuchen werden gespendet bzw. aus dem Sparschweininhalt finanziert. Die Blumendekoration wird nach dem Treffen an die Kuchenbäckerinnen als kleines Dankeschön verteilt und wird von diesen erfreut angenommen.

Veranstaltungshäufigkeit

Während des ersten Treffens am 20.2.2019 wurde von den Teilnehmern gebeten, dieses Beisammensein monatlich zu wiederholen. Dieses wurde durch Abstimmung per Handzeichen bestätigt.

In den hessischen Schulsommerferien findet das „Café Kirschhofen“ nicht statt.

Die erste Veranstaltung wurde vom Ortsbeirat Kirschhofen organisiert und fand am 23.4.2017 im Saal des DGH mit einem umfangreichen Programm statt. Sie war für die Teilnehmer kostenlos. Es gab gespendeten Kaffee und Kuchen.

Die Folgeveranstaltungen finden im Vorraum/ Vereinsraum des DGH statt. Konzeptgemäß gibt es kein festes Rahmenprogramm. Die Teilnahme ist kostenlos.
Es gibt gespendeten Kaffee und Kuchen. Es entstehen keine zusätzlichen Organisationskosten. Die Bedienung erfolgt durch Freiwillige (ohne Entlohnung).

Die Folgeveranstaltungen finden im Vorraum/ Vereinsraum des DGH statt. Konzeptgemäß gibt es kein festes Rahmenprogramm. Die Teilnahme ist kostenlos.
Es gibt gespendeten Kaffee und Kuchen. Es entstehen keine zusätzlichen Organisationskosten. Die Bedienung erfolgt durch Freiwillige (ohne Entlohnung).

Am 20.2.2019 fand die nächste Veranstaltung mit geändertem Konzept (siehe oben) statt. Sie wurde vom Ortsbeirat, dem DVK und dem HuWV ausgerichtet.

Die Veranstaltungen 3, 4, 5 fanden am 20.3.2019, 15.5.2019, 12.6.2019 statt und wurden von DVK und HuWV ausgerichtet. Es folgte die Sommerpause.

Das 6. und 7. Café Kirschhofen wurde am 13.8.2019 und 11.9.2019 mit wie gewohnt ca. 30 Teilnehmern veranstaltet. Aufgrund des Seniorennachmittags und der 50 Jahrfeier des DGH fielen die Veranstaltungen im September und Oktober 2019 aus.

Mit dem 8. und 9. Café Kirschhofen am 6.11.2019 und 4.12.2019 wurde die Reihe wieder aufgenommen.

Im Jahr 2020 wurden viele der geplanten Café Kirschhofen Veranstaltungen durch Corona-Schutzmaßnahmen verhindert. Trotzdem fanden folgende Veranstaltungen mit großem Teilnehmerzuspruch statt:

15.1.2020: 10. Café Kirschhofen
12.2.2020: 11. Café Kirschhofen
11.3.2020: 12. Café Kirschhofen
Danach wurde der Veranstaltungsort, das DGH vom 16.3.2020 bis zum 31.8.2020 für Veranstaltungen geschlossen. Die nachfolgend geplanten Veranstaltungen wurden abgesagt, weil der Teilnehmerstamm der Corona-Risikogruppe zuzurechnen ist.

Helfer und Organisation

Bei der Neuauflage des „Café Kirschhofen“ wurde ursprünglich ein Kernteam bestehend aus Margit Pfeffer, Ellen Brack und Simone Kramer geplant, der Ortsbeirat wollte beim Auf- und Abbau unterstützen.

Vor der ersten Realisierung ergaben sich einige personelle Änderungen:

  • Mittlerweile gibt es eine Gruppe von hier namentlich nicht genannten Kirschhöferinnen, die regelmäßig für die Veranstaltungen unentgeltlich Kuchen backen.
  • Für den Auf- und Abbau der Cafés, des Kuchenbuffets, das Kaffeekochen und die Bedienung sorgen Margit Pfeffer und Petra Wiehlmann vom Heimat- und Wanderverein. Günther Wiehlmann (DVK, HuWVerein, Ortsbeirat) organisiert das Treffen (Plakatanschläge, Möbelauf- und -abbau, Raumreservierung, Auf- und Zuschließen der Räumlichkeiten, Presseinformation).
  • Einige der Teilnehmer*innen helfen dem Organisationsteam tatkräftig beim Aufräumen/ Rückbau des Veranstaltungsraumes.

In der Anfangsphase stellte eine Kirschhöferin dem „Café Kirschhofen“ dankenswerterweise bis August 2019 regelmäßig eine für 40 Portionen geeignete professionelle Kaffeemaschine unentgeltlich zur Verfügung. Die im DGH vorhandenen sehr großen Kaffeemaschinen sind für eine Veranstaltung dieser Größe überdimensioniert und bei Einsatz zu unflexibel (Durchlaufzeit bis zu 50min).

Seit September 2019 verfügt der DVK über eine Gastronomiefilterkaffeemaschine, die dem DVK vom TuS Kirschhofen unentgeltlich überlassen wurde.

Ohne die freiwillige Mithilfe einiger Stadtteilbewohner (Kuchen backen und spenden, Geschirr abräumen und abwaschen) wäre es nicht möglich, dieses Treffen mit vertretbarem Aufwand zu veranstalten. Diese fleißigen Helfer sind die Seele der Veranstaltung und tragen diese letztlich.

Frau Rosenkranz vom Bürgermeisterbüro der Stadt Weilburg wird bei Neuerscheinen des Seniorenblattes Günther Wiehlmann telefonisch informieren und 10 Exemplare zum Verteilen im „Café Kirschhofen“ bereitstellen. Die Exemplare wurden zunächst im Versammlungsraum ausgelegt, das Angebot von den Teilnehmern gern angenommen. Seit Januar 2020 stecken die Zeitschriften in einem Zeitschriftenspender, der im Foyer aufgehängt ist.

Sponsoring durch die Stadt Weilburg

Die Stadt Weilburg hat dankenswerterweise am Montag, dem 17. Juni 2019 der Bitte der Organisatoren um Sponsoring des „Café Kirschhofen“ entsprochen. Folgende Bitte des Organisationsteams überreicht an Frau Ermert ging dem voran: 

Herzliche Bitte des Organisatorenteams an die Stadt Weilburg um Erlassung der Mietgebühren

Grundsätzlich veranschlagt die „Gebührenordnung für die Benutzung der Bürgerhäuser der Stadt Weilburg“ vom 20.6.2011 folgende Kostensätze:
§5: Veranstaltungen der örtlichen Vereine mit überwiegend kulturellem Charakter
Tagespreis von 85 €/ 24h + 25 € Küchennutzung + Energiekosten
oder
§8: Nutzung von Teilbereichen (inkl. Energiekosten) + §9: Nutzung der Küche
Tagespreis von 85 €/ 24h + 25 €

Die Veranstaltung richtet sich an alle Bürger, ist also keine vereinsinterne Veranstaltung. Es gibt für die Bürger keinerlei Teilnahmebedingungen.
Als Veranstalter tritt der gemeinnützige Verein DVK auf, um für die Stadt einen Ansprechpartner für die Raumnutzung zu benennen. Mit der Veranstaltung wird kein Ertrag erzielt, gespendete Beträge fließen direkt wieder in die Veranstaltung.
Das „Café Kirschhofen“ nutzt den Vereinsraum für ca. 3h (15-18 Uhr), für Auf- und Abbau wird 2h veranschlagt. Es wird Kaffeegeschirr, eine private, der DGH Geschirrspüler und der DGH Heißwasserboiler genutzt.
Das Erheben von Eintrittspreisen zum Zwecke der Bezahlung der Raummiete würde nach Ansicht der Veranstalter das Aus für den Bürgertreff „Café Kirschhofen“ bedeuten, da einige der Teilnehmer nur über ein sehr geringes Einkommen verfügen und sich den Besuch von Cafés aus wirtschaftlichen Erwägungen nicht leisten können. Gerade diese Mitbürger sind aber die Kernzielgruppe der Veranstaltung.
Aus diesem Grunde bitten wir die Stadt Weilburg um ein entsprechendes Sponsoring durch Erlassen des Mietpreises. 

Bekanntmachungen für die Veranstaltung

Das Organisationsteam geht davon aus, dass aufgrund der Altersstruktur der Teilnehmer nur wenige das Internet nutzen. Um die Veranstaltungstermine „Café Kirschhofen“ allen bekannt zu machen werden folgende Kommunikationskanäle genutzt:

Es wird angenommen, die potentiellen Teilnehmer lesen das „Weilburger Tageblatt“, beobachten die Schaukästen am Stadtweg (Schaukasten DVK und HuWVerein), schauen auf die Aushänge an den 3 örtlichen Pinwänden (zwei im Unterdorf, eine am Spielplatz), lesen Aushänge an der Glastür des DGH, die Aushänge im Schaukasten der Friedenskirche und sehen Aushänge der Kindertagesstätte.

Der DVK lässt ca. 3 Tage vor dem Veranstaltungstermin im Weilburger Tageblatt einen kurzen Zeitungsartikel/ Veranstaltungshinweis drucken.

Die Termine des „Café Kirschhofen“ werden auch zur Veröffentlichung im Seniorenblatt an die Stadt übermittelt.

Das Organisationsteam hat die Termine bis zum Ende des Jahres 2020 geplant (siehe Abschnitt Veranstaltungshäufigkeit). Die Termine für 2021 sind bereits geplant, wurden aber noch nicht veröffentlicht, weil zunächst einmal die Limitationen durch die Corona-Maßnahmen beobachtet werden sollen.

Aushangstellen und sonstige Kommunikationskanäle

Pinwand 1: UnterdorfA3 Plakat (plastifiziert)
Pinwand 2: UnterdorfA3 Plakat (plastifiziert)
Pinwand 3: Spielplatz OberdorfA3 Plakat (plastifiziert)
Schaukastenreihe Hohlstr: Kasten DVK+HuWVereinA3 Plakat
Schaukasten Dorfplatz: FriedenskircheA3 Plakat
Glastür DGHA3 Plakat
Glastür KindertagesstätteA3 Plakat
Internetkalender Kirschhofenhttp://www.kirschhofen.org
Seniorenblatt Stadt WeilburgTermine ab Sept 19 bis Sept 20 an Frau Olga Grib übermittelt
Sommer-/ Winterbroschüre Stadt Weilburg
Im „Café Kirschhofen“ verteilte Handzettel mit dem nächsten Termin in der jeweiligen Veranstaltung
Mundpropaganda

Bei der laufenden Planung zu berücksichtigen

Die Veröffentlichung in Veranstaltungsblättern setzt eine längerfristige Planung voraus (Beispiel: Seniorenblatt der Stadtverwaltung).

Zusätzlich werden/ wurden für den Planungszeitraum bis Ende 2020 folgende Termine berücksichtigt:

  • Das 14-tägig stattfindende Treffen der „Ev. Frauenhilfe“ in der Friedenskirche Kirschhofen

Schlußbemerkung

Das „Café Kirschhofen“ hat großen Anklang bei den Bewohnern des Stadtteils gefunden. Dieses freut die Organisatoren sehr, zeigt es doch, wie wichtig das Bereitstellen einer solchen Plattform für das Zustandekommen zwangloser Kontakte bei nettem Beisammensein für den Zusammenhalt in unserem Stadtteil ist.

Das Veranstalten des „Café Kirschhofen“ hat dem Organisationsteam aufgrund der positiven Reaktionen und Mithilfe der Teilnehmer sehr viel Spaß gemacht.

Der Kirschhöfer Kies

Ortsbeschreibungen

v.01.02 2022
Günther Wiehlmann
(c) 2022 Heimat- und Wanderverein Kirschhofen e.V. (HuWV)

In unmittelbarer Nähe des Sportplatzes liegt am linken Lahnufer der Kirschhöfer Kies, ein Uferbereich, der von Erholungssuchenden gern genutzt wird. Es ist ein schönes Fleckchen Erde, das von den Kirschhöfer Bürgern auch als Veranstaltungsort genutzt wird.

Kirschhöfer Kies, gesehen von der Odersbacher Seite

Im Hintergrund des Fotos sieht man den in der Kirschhöfer Gemarkung liegenden Scheurenberger Kopf, der Hausberg des Stadtteils Kirschhofen.

Da der Kies auf der Taunusseite der Lahn liegt ist er über den befestigten Leinpfad zu erreichen.

Im Sommer ist der Kies eine wirklich schöne Naturbadestelle, an der viele Kirschhöfer das Schwimmen gelernt haben. Das Ufer ist sehr steinig ist und man kann sich an Muschelschalen verletzen. Das Anziehen von Badeschuhen ist dringend empfohlen.

Badende am Kirschhöfer Kies (an einem Arbeitstag)

Auf der Kirschhöfer Seite gibt es derzeit keine betriebsbereite öffentliche Toilette. Die am Leinpfad in Kiesnähe aufgestellten Schilder verweisen auf eine Toilettenanlage an der Schleuse. Der Hinweis ist für Kanufahrer nützlich, die am Kies nicht anlegen dürfen und den Hinweis daher garnicht sehen können. Für Radfahrer und Wanderer sind die Toiletten nicht erreichbar, weil sie auf der rechte Lahnseite liegt.

So kommt es zum Leidwesen der Kirschhöfer häufig vor, dass sich die Besucher auf dem Sportplatzgelände erleichtern und die Sportler des TuS die Hinterlassenschaften beseitigen müssen, um ihren Platz in einem nutzbaren Zustand zu halten.

Da die Nutzer des Kirschhöfer Kies nur zu häufig ihren Müll hinterlassen, hat der Sportverein direkt am Kies eine Mülltonne aufgestellt.

Dieses Angebot wird von den Kiesnutzern gut angenommen. Seitdem liegt am Kies erheblich weniger Unrat herum und der Bereich sieht wieder ein wenig ordentlicher aus. Der Mülleimer wird regelmäßig von Freiwilligen des Sportvereins geleert.
Es stellt sich natürlich die Frage, warum man den eigenen Müll nicht selber nach Hause nimmt und das Entsorgen anderen überlässt. Aber selbst mit Mülltonne sieht es abends am Kies übel aus. Das Bild spricht Bände über das Verhalten der Mitbürger: Muss so etwas sein?

Müll“Entsorgung“ am Kies

Um dem Missbrauch Einhalt zu gebieten hat die Stadt Weilburg im Jahr 2022 das Gelände des Kies angemietet und einen Anwohner als Aufsichtsperson bestellt, der als Aufsichtsperson dienen und die gröbsten Entgleisungen der Sommertouristen verhindern soll.

Blickt man vom Kies flussaufwärts über die Lahn hinweg, so sieht man den unteren Teil des auf der rechten Lahnuferseite befindlichen Campingplatzes Odersbach, der auch über fest installierte Übernachtungsmöglichkeiten und ein Freibad verfügt.

Campingplatz Odersbach

Für Fernwanderer ohne Zelt bieten die „Weinfässer“ eine bequeme und unwettersichere Übernachtungsmöglichkeit. Odersbach und Kirschhofen sind durch eine Fußgängerbrücke miteinander verbunden, sodass der Platz zu Fuß von Kies und Leinpfad über eine recht steile feste Treppe leicht zu erreichen ist. Radler müssen nach Kirschhofen hineinfahren und erreichen am Friedhof die Brückenzufahrt.

Im Bereich Kirschhofen/ Odersbach kann man nur an der linken Lahnseite (Kirschhofen) auf dem Leinpfad direkt am Lahnufer entlanggehen. Auf der Odersbacher Seite der Brücke steht am Spielplatz ein Wanderwegweiser, der den Weg zum Lahnwanderweg zeigt, der oberhalb des Ortes hoch über der Lahn auf der Westerwaldseite verläuft.

Im Ortsbereich Kirschhofen verläuft der aus Weilburg vom Schiffstunnel kommende hessischen Radfernwanderweg R7 (Lahntalradweg) auf der linken Lahnseite. Er überquert die Einmündung der Weil, verläuft an Sportplatz, Brücke, Kirschhöfer Kies, Doppelwehr und Schleuse vorbei in Richtung Gräveneck und ist entsprechend gut ausgeschildert. Das Wasser- und Schifffahrtsamt erlaubt die Nutzung des traditionel als Dienstweges ausgelegten Leinpfads durch Fußgänger und Radfahrer. An Wochenenden wird der schmale Weg sehr zum Leidwesen von Erholung suchenden Spaziergängern und Wanderern von Radfahrern sehr stark genutzt.

Wenn man auf der linken Lahnseite lahnabwärts wandern möchte sollte man auf der Kirschhöfer Seite auf Teile der ausgeschilderten Wanderwege K1/ K2 ausweichen und hoch über der Lahn nahezu radfahrerfrei bis Gräveneck wandern. Auf diesem Weg kann man den einen oder anderen schönen Ausblicke in das Lahntal genießen und findet zwei Schutzhütten und viele Ruhebänke, einige sogar an Stellen mit spektakulärem Ausblick. Bänke und Hütten werden vom HuWV Kirschhofen gepflegt.

Einmal im Jahr veranstaltet die ev. luth. Kirchengemeinde Weilburg am Kirschhöfer Kies einen zumeist sehr gut besuchten Lahngottesdienst mit Taufe und anschließendem Grillfest auf dem Sportplatz von TuS Kirschhofen. Im Jahr 2021 ist die Veranstaltung für den 18. Juli geplant.

Lahntaufe

In unmittelbarer Nähe des Kirschhöfer Kies (ca. 150m entfernt) befindet sich auf dem Sportplatzgelände ein überdachter Grillplatz, der im Sommer für kleine und größere Feiern gut geeignet ist. Man kann den Platz und Zubehör wie Bänke, Tische usw. durch eine Anfrage beim Turn- und Sportverein 03 „Frisch auf“ Kirschhofen e.V. für kleines Geld reservieren.

Grillplatz auf dem Sportplatzgelände

Günther Wiehlmann
HuWVerein Kirschhofen

Weilburg Kirschhofen 21.1.2022

ANHANG: Internetadressen

Informationsseite
Stadtteil Weilburg-Kirschhofen
www.kirschhofen.org 
Lahntal Tourismus Verband e.V.www.daslahntal.de
Weilburger Wanderwege –
Kirschhofen K1 + K2
www.auf-dem-weg.eu/category/kirschhofen
Weilburg an der Lahn
Tourismus und Freizeit
www.weilburg.de/de/informationen
Camping Odersbachwww.camping-odersbach.de